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„AMI GO HOME“ von Matthias Matussek – Teil 3 

 3. November 2020

von  Matthias Matussek

III Deutsche Aufbauhilfe

Wir Deutschen und die Amerikaner: was für eine exzeptionelle Hassliebe. Zu Hunderttausenden wanderten Deutsche nach Amerika aus, um dort eine neue Heimat zu finden, auf der Flucht vor Hunger, Religionskriegen, Fürstenwillkür, sie waren tüchtig und durchaus gern gesehen, denn sie sorgten nur für sich selber, sondern bereicherten und beschenkten das Empfängerland.Unter Auswanderern war auch ein gewisser Friedrich Trump aus dem pfälzischen Kallstadt, ein Vorfahr des amerikanischen Präsidenten, der es mit einer Restaurantkette zur Zeit des Klondike-Goldrush zu Vermögen gebracht hatte. Der deutsche Jude Levi Strauss, ungefähr zur gleichen Zeit emigriert, produzierte Hosen für die Goldgräber, und genau die haben als Levi’s Jeans ihren Siegeszug um die Welt angetreten und für eine alles und alle nivellierende Arbeitskleidung gesorgt, denn, jawohl, Jeans trugen die Baumwollpflücker, Automechaniker, Rodeoreiter, all diejenigen, die sich zwischendurch eine Marlboro ins Gesicht stecken.Deutschstämmige bilden mit 15 Prozent die größte Ethnie in den USA, eine Zeitlang erwägte man Deutsch zur offiziellen Verkehrs-Sprache zu machen.Ein anderer deutscher Auswanderer hieß Carl Laemmle. Er gründete eine Filmfirma namens „Universal Pictures“, nahm Americas Sweetheart Mary Pickford unter Vertrag und beglückte sein Publikum mit den Meisterwerken „Glöckner von Notre Dame“ „Frankenstein“ und ”Dracula“. Die Traumindustrie war geboren.

Wer noch? Der ganze große brillante Rest, den dann die antisemitischen Rassedeutschen außer Landes trieben, Billy Wilder, Ernst Lubitsch, William Wyler, Robert Siodmak, Marlene Dietrich, und die großen und leicht versnobten Kapitalismus-Kritiker Adorno, Horkheimer, Fromm, Marcuse.Natürlich die Schriftsteller Thomas Mann, Franz Werfel, Bertolt Brecht, Fritz Kuh, Künstler wie George Grosz, John Heartfield, Dirigenten wie Otto Klemperer. Doch die hässliche Wunde klaffte, die des Holocaust. Zu schnell hatten die Siegermächte die Deutschen exkulpiert, denn sie wurden gebraucht als Figuren auf dem Schachbett der Großmächte.

Offengestanden war ich überrascht, dass mir als Deutschem in New York kein Hass entgegenschlug. Ja, meine Erfahrungen in New York waren durchweg positiv bis auf dieses eine Mal, gleich zu Beginn meiner Korrespondententätigkeit 1992, als ich mit meiner Frau deutsch-scherzend zu „Zabar’s“ unterwegs war, dem legendären jüdischen Deli, in dem es dunkles Brot gab, das ein paar Straßen nördlich auf dem Broadway lag. Da drehte sich eine Dame, die vor uns lief, tatsächlich um, fein gekleidet und sehr würdevoll, und sie sagte: „An Ihrer Stelle würde ich hier nicht so laut deutsch reden.“ Doch es blieb der einzige Einspruch gegen uns, die Nachfahren der Nazimörder (die es im übrigen in unseren Familien nicht gab), hier auf der Upper Westside. Weiter oben, jenseits er 114. Straße, nannte man das Viertel German-Town, weil viele deutsche Emigraten sich hier niederließen. Hier oben gab es eine deutsche Bäckerei und einen deutschen Stammtisch unter der Ägide von Gaby Glückselig, und als ich sie besuchte, waren wie immer auch die Olsons dabei, und der Hofberger, und Harry Asher.

Es gab Kartoffelsalat und Würstchen und Kuchen. Olson, ein weißbärtiger Seebär, trug eine Augenklappe und erzählte von Trotzki, dem er das Programm der IV. Internationale in die Maschine getippt hatte, eines, das den selbstverständlichen Bruch mit Väterchen Stalin bedeutete, und mir wurde klar, wie sehr deutsche Intellektuelle in die Weltgeschichte und in die Genese des weltweilten Kommunismus verwoben waren. Und trotzdem flüchteten sie nicht nach Moskau, sondern in die Vereinigten Staaten, weil sie wenig Lust verspürten, in der Verräter- und Todesfalle Hotel Lux im Moskau Stalins abgeführt zu werden.

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