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Beirut in Deutschland 

 9. August 2020

von  Daniel Matissek

Weit entfernt sind wir auch in Deutschland nicht mehr von „explosiven“ libanesischen Verhältnissen

Bei genauem Hinsehen hat die katastrophale Explosion im Hafen von Beirut mit der Situation in Deutschland weitaus mehr zu tun, als uns lieb sein kann – aber nicht etwa deshalb, weil Hisbollah-nahe Islamisten mittlerweile auch in Deutschland beträchtliche Lagerkapazitäten mit Ammoniumnitrat vorhalten sollen. Dies alleine wäre zwar schon beunruhigend genug, doch der größere Anlass zu Sorge ergibt sich aus der Tatsache, dass sich die gesellschaftliche Realität Deutschlands zunehmend den Verhältnissen im Nahen Osten annähert.

Was auch immer der Grund für die Detonation war, ob Vorsatz oder Panne: Dass es in einem Geflecht aus Korruption, Einflussnahme von Terrororganisationen – insbesondere der aus dem Iran ferngesteuerten antiisraelischen Hisbollah – offensichtlich möglich war, 2.750 Tonnen eines deklarationspflichtigen, hochbrisanten Sprengstoffs inmitten einer pulsierenden Metropole, in unmittelbarer Nähe der Innenstadt, über Jahre hinweg überhaupt zu lagern (und dies auch noch höchst fahrlässig-unsachgemäß), ohne dass irgendwelche Sicherheitsstandards eingehalten wurden oder dass Gerichte oder Aufsichtsbehörden eingeschritten wären: Derartige Fahrlässigkeiten sind ist für ein instabiles Staatsgebilde wie den Libanon leider typisch – handelt es sich dabei doch um einen der zahlreichen, in Jahrzehnten von ethnischen und religiösen Konflikten aufgeriebenen arabischen „Failed States“ klassischer Ausprägung. Salopp ausgedrückt: In Ländern, in denen so gut wie nichts funktioniert, fliegt eben hin und wieder etwas in die Luft, insofern hätte es auch Syrien, der Irak oder Afghanistan sein können. Das Grundproblem bleibt immer gleich: Regierung und Verwaltung dieser Länder imitieren Strukturen westlicher Verfassungsstaaten, doch sie in Wahrheit morsche Gerüste, von Kleptokraten und Parasiten gelenkt, die ihren Bürgern nicht einmal ansatzweise Sicherheit – sozial, physisch, rechtlich – oder Schutz vor Gefahren aller Art, von innen und außen, bieten können. Und sie wollen es auch nicht. Die Gesellschaftsordnung dieser Länder sieht eine solche Zuständigkeit des staatlichen Gemeinwesens schlicht überhaupt nicht vor. Der Staat ist Beute, Machtvehikel Einzelner – und das Sagen haben Stämme, Seilschaften, Terrornetzwerke – kurzum: die Clans.

Und damit sind wir auch schon bei der schwerwiegendsten Parallele zu Deutschland. Denn auch hierzulande nehmen seit mehreren Jahren die Dauerkonflikte zwischen Behörden und berüchtigten Clans zu, die inzwischen viele tausend Mitglieder zählen und bundesweite Netzwerke geschaffen haben, die als „Staat im Staate“ bezeichnet werden können. Bezeichnenderweise liegen die Wurzeln der mächtigsten dieser Clans ausgerechnet im Libanon, konkret gar: in Beirut. Bei dem in Bremen, Essen und Berlin verbreiteten Miri-Clan etwa handelt es sich etwa um mhallami-libanesische Kurden, deren Oberhäupter aus Beirut in den 1980er Jahren hier einwanderten – übrigens als Kriegsflüchtlinge. Dieselbe ethnische Herkunft weisen die vor allem in Berlin aktiven, berüchtigten Clans der Remmo und der Al-Zein auf, die einst aus der türkischen Mardin-Provinz zunächst in den Libanon abwanderten und von dort aus nach Deutschland gelangten. Auch der ursprünglich palästinensischstämmige Abou-Chaker-Clan stammt aus Beirut.

Behördenversagen, Rechtsbeugung, korrupte Beamte, Unterwanderung von Staatsorganen: Die Verhältnisse, die die Katastrophe von Beirut dort erst möglich gemacht haben, blühen uns dank dieser „Ableger“ bald auch in Deutschland. Denn die genannten Clans lassen seit langem nichts unversucht, die Zustände ihrer Heimat auch hier zu verwirklichen. Sie stehen nicht nur für eine zunehmende Schwerkriminalität praktisch quer durchs gesamte Strafgesetzbuch, sondern sind zu einer ernsten Herausforderung für die Autorität von Justiz und Polizei geworden. Sie folgen alleine eigenen Regeln, den Staat führen sie regelmäßig vor und verhöhnen seine Repräsentanten. Ob Richter und Staatsanwälte, denen bzw. deren Familien offen im Gerichtssaal gedroht wird, ob provokante Missachtung von Verkehrsregeln ohne jegliche Konsequenzen; ob unverhohlener Sozialmissbrauch – oder neuerdings die demonstrative Missachtung von Corona-Regeln, zuletzt bei einer Clan-Beerdigung mit fast 800 dichtgepackten Teilnehmern: Die Clans zeigen, dass sie sich ausserhalb des Gesetzes wähnen.

Besser als jede sonstige Manifestation des haarsträubenden Integrationsversagens in Deutschlands führen uns diese Vertreter selbsterklärter Gegengesellschaften dreist und immer anmaßender vor Augen, welche Rolle in ihrem Gesellschaftsbild für unabhängige Justiz, Freiheit Grundrechte und letztlich demokratische Mitbestimmung vorgesehen ist: Überhaupt keine nämlich. Was sie propagieren und hier durchsetzen wollen, ist das Recht des Stärkeren, der Triumph der Meute über das Individuum, schamlose Selbstbereicherung und Gruppenegoismus im Exzess. Kurzum: Es ist quasi Libanon 2.0. Für das Totalversagen des Staates, seiner Regierung, seiner Zoll- und Kontrollbehörden, seiner Gesetze und Vorschriften steht die Explosion von Beirut als donnerndes Fanal.

Und genau dies blüht uns hier ebenfalls – weil wir nicht nur vor den genannten Clanmilieus kuschen, sondern das Problem mit jedem gottverdammten Tag weiter akzelerieren, den unsere Politik sich unfähig und unwillig erweist, es an der Wurzel zu packen. Die anhaltende Massenzuwanderung aus dem arabischen Raum (und sonstigen nicht minder instabilen Herkunftsregionen) beschert uns immer mehr Menschen, die nichts anderes kennen als (gescheiterte) staatliche und gesellschaftliche Verhältnisse, als deren Resultat nicht erst der Beiruter Hafen in Schutt und Asche gelegt wurde. Allgegenwärtige Gewalterfahrung als Normalität, ein archaisches Verständnis von Stolz und „Ehre“ hat das Denken, Fühlen und Handeln vieler derer, die wir sorglos aufnehmen, lange vor ihrer Ankunft konditioniert – und dank unserer grenzenlosen multikulturellen Toleranz finden sie hier schnell Anschluss bei Landleuten, die alles daransetzen, „explosive“ arabische Verhältnisse auch in Deutschland zu verwirklichen. Familiennachzug und Geburtenrate der entsprechenden Volksgruppen hierzulande sorgen für deren nachhaltige Ausbreitung und Zementierung. Diese Uhr läuft nie mehr rückwärts.

Mit fast jedem der Menschen aus dieser Hemisphäre wandern mittelalterliche soziale Strukturen, grundverschiedene Konfliktlösungsformen, vormoderne geschlechtliche Rollenbilder und vor allem ein desolates Staatsverständnis mit bei uns ein. Dass es überwiegend das Prekariat ist und nicht die Eliten der Auswanderungsländer, die hier als sogenannte Flüchtlinge ankommen – mehrheitlich unqualifizierte, bildungsferne oder gar analphabetisierte Männer – erschwert die Lage zusätzlich. Dies übrigens ist der Unterschied  zur Flüchtlingswelle nach der Iranischen Revolution von 1979: Damals flohen dort die Fähigsten  Intelligenz, Intellektuelle, Akademiker und Spitzenunternehmer; ein wahrer „Brain Drain“. Zurück blieb der Bodensatz. Nicht ohne Grund stellen Exiliraner in allen westlichen Ländern Spitzen- und Führungsvertreter ihrer Disziplinen. Heute ist es genau umgekehrt: Die gegenwärtigen Neuankömmlinge aus Vorderasien und Afrika sind – verglichen mit westlich-egalitären Gesellschaften – ebenso „rückständig“ wie ihre daheimgebliebenen Landsleute.

Diese Rückständigkeit ist nicht angeboren oder, um einen umstrittenen Sarrazin-Topos zu bemühen, „genetisch“ konditioniert. Ihre Kultur ist anerzogen, wird tradiert und ist somit Grundlage einer Sozialisierung, für die die in diese Verhältnisse hineingeborenen Menschen ebenso wenig können wie wir hierzulande für das westlich-freiheitliche Paradigma, in dem wir glücklicherweise das Licht der Welt erblickten. Es stimmt: Nur zufällig leben wir selbst in einem Winkel des Planeten, in dem zum Glück bereits frühere Generationen einen gigantischen Blutzoll entrichtet und unermessliche Opfer gebracht haben – für Freiheiten, die wir heute als das Selbstverständlichste der Welt begreifen. Aufklärung, Revolution, Religions- und Weltkriege, Liberalisierung, das Konzept der Grund- und Menschenrechte, Industrialisierung und Digitalisierung – all das für uns Europäer nicht vom Himmel gefallen, sondern es wurde in einer 500 Jahre langen, unvorstellbar grausamen Geschichte erkämpft /wobei die letzten der dabei zu überwindenden zivilisatorischen Abgründe nicht einmal 80 Jahre zurückliegen). Unermessliche Leichenberge und Gräberfelder waren der Preis für diese Errungenschaften.

Dass wir ebenso unverdient oder unverschuldet in den vorgefundenen Verhältnissen aufgewachsen sind wie Afrikaner, Araber oder Asiaten in den ihren, sollte allerdings gerade kein Freifahrtschein für ein hemmungsloses „cultural blendig“ sein, für die beliebige Aufnahme von Migranten auf deren Verlangen hin. Wir sollten besser wissen, dass Gesellschaften Zeit brauchen, womöglich viele Jahrhunderte, um sich zu entwickeln, auch Irrwege zu beschreiten und zu korrigieren, sich zu emanzipieren und ihre Identität neu zu definieren. Migrantophile Narren mit  postmodernistisch-zwangsglobalem Sendungseifer jedoch glauben, mit einem neuen Pass, den positiven Impulsen von Bahnhofsklatschern und vorgelebter „Willkommenskultur“ würden sich etwa fundamentalistisch-islamisch geprägte Einwanderer aus Schwellenländern im Schnellverfahren zu freiheitsliebenden, tolerant-liberalen Menschenfreunden wandeln; ein bestenfalls in absoluten Ausnahmefällen widerlegter, ansonsten potentiell tödlicher Irrtum. Doch genau diesen Irrtum führen wir fort – und gleichen Deutschland so immer stärker den unterentwickelten Chaos-Staaten an, deren Einwohner es sich zugleich als Leuchtfeuer der Zivilisation und „sicherer Hafen“ aus der Ferne präsentiert. Ungebrochen praktizieren wir „bedingungslose Menschenaufnahme“, seit Jahrzehnten bereits (und in rasanter Beschleunigung vor allem seit 2015): Anfangs noch aus rein ökonomischem Interesse, dann aus asylrechtlicher Humanität – und neuerdings aus der moralischen Anmaßung eines gestörten Welterlöserwahns heraus. Was wir damit unserer eigenen Kultur irreversibel antun und noch antun werden, das werden kommende Generationen Deutscher – dann wohlaus dem Exil heraus – verfluchen.

So setzen wir – die heute Lebenden, die Erben der Aufklärung, die zu den ersten beiden Generation seit Menschengedenken zählen, die auf deutschem Boden ohne eigene Kriegserfahrung leben – tatsächlich alles daran, um dieses einst so friedliche, weltoffene Land zu zerstören, indem wir es mit Menschen fluten, die nicht nur räumlich tausende Meilen weit entfernt aufwuchsen von unseren Lebensgewohnheiten, von den geistigen, technischen und zivilisatorischen Leistungen des Westens, sondern die auch entsprechend gegensätzlich geprägt sind. Erst einmal hier angekommen, nutzen viele von ihnen ihre individuelle Freiheit vor allem dazu, die von zuhause mitgebrachten Strukturen und Traditionen auch in Mitteleuropa zu etablieren: Islamgläubigkeit mit entsprechender religiöser und weltanschaulicher Intoleranz. Konservative Gesellschafts- und vor allem Frauenbilder. Patriarchale Großfamilien. Gewaltaffinität und Neigung zu Selbstjustiz bei gleichzeitiger Missachtung des staatlichen Gewaltmonopols. Und irgendwann, wenn wir diese Verhältnisse zur Regel werden lassen (so wie es im rot-rot-grünen Berlin bereits weitgehend der Fall ist), die Beseitigung der staatlichen Grundordnung. Damit wären wir dann wieder beim Libanon als großem Sinnbild – und alledem, wofür dieses steht. Um Peter Scholl-Latours großen Satz (er sprach damals von Kalkutta) zu paraphrasieren: Wer Beirut bei sich aufnimmt, der hilft nicht Beirut – er wird selbst Beirut. Weit sind wir nicht mehr davon entfernt.

Nur um nicht missverstanden zu werden: Die beschriebenen Clanstrukturen mit ihren tribalistischen Normativen haben in manchen Ländern dieser Welt durchaus ihren Sinn, sind historisch gewachsen und teilweise überlebenswichtig und unverzichtbar. Und zwar überall dort, wo staatliche (geschweige denn rechtsstaatliche) Strukturen fehlten, traditionell bedeutungslos waren oder es bis heute sind. Ob in Süditalien vor dem Risorgimento, im präkolonialen (und teilweise wieder heutigen) Afrika oder eben in der arabischen und vorderasiatischen Welt, von Afghanistan bis in den Jemen: Die genannten großfamiliären Hierarchien funktionieren ganz ohne Staat und ohne übergeordnete Autoritäten. Sie verhindern wirksam Anarchie, da sie – wie einst im europäischen Feudalismus vor Entstehen des modernen Staatsbegriffs – alle wirtschaftlichen, sozialen und politischen Aufgaben auf die Clan- oder Familienebene verlagern. Statt Gesetzen entscheidet das Familienoberhaupt bzw. der Clanchef oder Patron; statt ordentlicher Gerichte gibt es Friedensrichter oder Schlichter; statt Polizei und Militär treten männliche Bandenorganisation mit Selbstbewaffnung auf den Plan. Statt staatlicher Kranken- oder Rentenversicherung existiert strikter innerfamiliärer Zusammenhalt. Und statt Steuern werden eben Schutzgelder und Abgaben entrichtet.

Zum Problem wird all dies erst, wenn es in Konkurrenz zum modernen Staat und seinen Normen tritt; erst dann wird eigenmächtiges Brigantentum zum „Verbrechen“, geraten archaische traditionelle Verhältnisse zur rivalisierenden „Parallelgesellschaft“, wird die vertraute Struktur aus Sicht der übrigen Gesellschaft, die sich an die Spielregeln von Gesetzen und Verfassung hält, zur „Mafia“. Und wir müssen begreifen, dass bis heute in Beirut, aber auch in Baghdad, Islamabad oder Mogadischu solche Strukturen normal und wahrscheinlich sogar sinnvoll sind (auch wenn, zynisch gesprochen, das eklatante Versagen der „regulären“ Regierung dort dann eben zur gelegentlichen Auslöschung ganzer Stadtquartiere führt) – in Deutschland aber eben nicht. Man kann die Menschen zwar aus der Nahen Osten holen, aber den Nahen Osten nicht aus den Menschen.

von Daniel Matissek

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