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Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! 

 4. September 2020

von  Raimund Thümmel

Berlin am 29. August 2020

Ein Erlebnisbericht von Raimund Thümmel

Nachdem wir bereits zur ersten Querdenker-Demonstration am 1. August 2020 in Berlin waren und diese einzigartige, friedvolle und harmonische Atmosphäre mit einem Kribbeln im Bauch genossen hatten, machten wir uns selbstverständlich wieder auf den Weg in die Hauptstadt. Der Treffpunkt war, wie beim letzten Mal, die Straße Unter den Linden, auf der ehemaligen Ostseite des Brandenburger Tores. Auf der Westseite des Tores heißt sie bekanntlich „Straße des 17. Juni“, im Gedenken an den Arbeiteraufstand in der DDR am 17. Juni 1953.

Unter den Linden hatten sich bereits gegen halb elf etliche Menschen und Fahrzeugen eingefunden. Vor der Botschaft Russlands, die dort ebenfalls befindet, hatte sich eine größere Menschenmenge angesammelt, die Russland um Hilfe baten, die „Souveränität Deutschlands“ wiederherzustellen; dasselbe passierte zeitgleich am Pariser Platz, direkt am Brandenburger Tor, vor der Botschaft der USA. Es herrschte zu dieser Zeit eine freudige Volksfestatmosphäre.

Nach und nach strömten immer mehr Menschen in die Straße, die am Kopf des Demonstrationszuges von der Polizei abgesperrt war, so dass sich naturgemäß mit fortschreitender Demonstrationsdauer die Menschen immer dichter vor der Absperrung zusammendrängten. Es bestand auch keine Möglichkeit in Seitenstraßen auszuweichen, da diese ebenfalls von der Polizei gesperrt waren. Es handelte sich um eine perfide Falle, ausgedacht ganz offensichtlich vom Senat Berlins gemeinsam mit der Polizei: Denn weil sich immer mehr Menschen zum Demonstrationszug gesellten, die Polizei die Freigabe der Demonstration aber weiter hinauszögerte, konnte bald schon der Mindestabstand von 1,5 Metern natürlich nicht mehr eingehalten werden.

Die wiederholten Aufforderungen der Veranstalter an die Polizei, den Demonstrationszug endlich freizugeben, damit die Mindestabstände mit Leichtigkeit eingehalten werden können, ignorierte die Polizei und weigerte sich Platz zu machen – ironischerweise genau mit der Begründung, dass der erforderliche Mindestabstand nicht eingehalten werde. Im Englischen nennt man eine solche Situation einen „Catch-22“.

Es war also von vornherein seitens der Berliner Politik geplant, den Demonstrationszug niemals starten zu lassen, was eine eindeutiges Unterlaufen der Entscheidungen der Verwaltungsgerichte und somit illegal war. Dieses Demokratieverständnis sollte jedem zu denken geben.

Um 12:53 Uhr wurde die Demonstration von der Polizei dann planmäßig aufgelöst erklärt. Dies wurde auch durch Lautsprecherwagen so kommuniziert.

Ratlosigkeit und auch Unmut machten sich unter den Demonstranten breit; eine aggressive Stimmung kam dennoch nicht auf. Es war jedoch offensichtlich, dass die Polizeiführung durch ihre Provokation aggressive Aktionen der Demonstranten erst herbeiführen wollte.

Mitglieder des „Schwarzen Blocks“, also der sogenannten „Antifa“, versuchten sich derweil unter die Demonstranten zu mischen und mit Stein- und Flaschenwürfen Gegengewalt zu provozieren. Sie wurden aber sofort von den friedlichen Demonstranten eingekreist. Mit lauten „Po-li-zei“-Rufen wurde diese herbeigerufen, und die Polizisten komplimentierten dann die „Antifanten“ aus der Kundgebung hinaus. Trotz alledem blieben die Menschen friedfertig und warteten ab, manche besorgten sich an den Imbissständen Verpflegung.

Nach einiger Zeit setzten sich die Demonstranten dann in Bewegung – allerdings

in die umgekehrte Richtung durch das Brandenburger Tor, zur Straße des 17. Juni, da dort die geplanten Reden stattfinden sollten. Diese wurden konnten dann, Gott sei Dank, bis in den späten Abend hinein auch ungehindert gehalten werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bundesregierung und Berliner

Senat tatsächlich mit wirklich allen Mitteln versuchen, Demonstrationen, die nicht in das von ihnen geforderte politische oder gesellschaftliche Leitbild passen, zu verhindern. Wohingegen ihnen genehme Veranstaltungen gefördert werden, selbstverständlich auch finanziell – mögen die betreffenden Kundgebungen auch noch so fragwürdig sein.

Trotz aller Widrigkeiten gab der Tag Anlass, positiv in die Zukunft schauen, wenn es dann beim nächsten Mal wieder heißt: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“

Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen

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