.st0{fill:#FFFFFF;}

Deutschland auf dem Weg in die Gesundheitsdiktatur 

 20. August 2020

von  Daniel Matissek

Was zur Hölle passiert da gerade mit dieser Nation? Deutschland verwandelt sich derzeit gesellschaftlich und politisch, mit zunehmender Beschleunigung in einen Obrigkeits- und Spitzelstaat, in eine Gesundheitsdiktatur, wo die staatshörige Devise „alles Gute kommt von oben“ nicht nur sklavisch befolgt werden muss, sondern wo jede Hinterfragung des Sinngehalts von Regeln schon zum Verbrechen wird.

In Rathenow im Havelland wird ein Schulleiter vom Dienst suspendiert, der das Tragen des Mund- und Nasenschutzes ins freie Ermessen seiner Schüler gestellt hatte, nachdem einige Kinder infolge des Maskentragens massive Gesundheitsbeschwerden entwickelt hatten. Im Netz werden „Corona-Demonstranten“ von Arbeitskollegen, Kommilitonen, Mitschülern oder Nachbarn an den Pranger gestellt. In Mecklenburg-Pommern, wo Tagestourismus noch immer verboten ist, denunzieren Anwohner 100 „illegale“ Ausflügler aus Schleswig-Holstein und Hamburg, die am Dutzower See – wenige Meter von der Landesgrenze entfernt – gebadet hatten; dutzendfach werden Kennzeichen von „auswärtigen“ Kennzeichen notiert, für alle Fälle. Der hässliche deutsche Blockwart, der hinter der heimischen Gardine lauert und auf die Gelegenheit wartet, anonym für Recht und Ordnung zu sorgen, ist zurück.

In Supermärkten, Bäckereien, Tankstellen werden Menschen ohne Gesichtsbedeckung mit demonstrativ-laustarkem Getöse effektvoll hinausgeworfen – sozusagen als Abschreckung der anderen und zu deren umso beflissenerer Regelbefolgung. Kinder dürfen in Drogerieketten nicht die Toilette benutzen, wenn ihre Eltern gerade keine Maske zur Hand haben. „Wachsame“ Kunden maulen andere Kunden beim Betreten von Geschäften und Apotheken an, sofort kehrtzumachen, weil schon die maximalen Kundenanzahl von drei erreicht sei. In Warteschlangen werden misstrauisch die Abstände beäugt, als hätte der Nebenmann Flöhe. Und wer im Restaurant für die drei Meter zum Ausgang die Maske vergisst, wird von entgeisterten oder hasserfüllten Blicken anderer anderen Gäste verfolgt.

Neben der sozialen Kontrolle wird der möglichst eisernen Disziplin der „Coronazis“ auch durch die Präsenz der Ordnungskräfte zum Durchbruch verholfen. Deutsche Bahn und immer mehr öffentliche Verkehrsbetriebe setzen Fahrgäste ohne Maske gleich an die frische Luft. Schon die Masken nicht richtig aufsetzt, wird zur Kasse gebeten: in Hessen, wo seit gestern massive Kontrollen erfolgen, sind es bis zu 50 Euro Bußgeld pro Fall. Hier funktioniert der deutsche Rechtsstaat noch.

Neben einem immer aggressiveren Tugendwahn ist dieses neue Denunziantentum der zweite große Keil, der ins Volk getrieben wird. Das Virus, das uns tatsächlich und als einziges akut bedroht, ist das Virus der Spaltung. So wie es vor fünf Jahren die Spaltung der Gesellschaft in „Gutmenschen“ und „Nazis“ war, dann die Spaltung in „Planetenretter“ und „Klimaleugner“, so ist es glücklich jetzt die Spaltung in „Umsichtige“ und „Rücksichtslose“.

Die Beschwörung der Volksgemeinschaft, die Sekundärtugend des Mitmachens durch die (selbst-)gerechte Mehrheit – sie wird wieder zum Maß aller Dinge. „Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun“, sagte einst Wagner. Ob sie nun Hurra schrien, Juden meldeten, auf Republikflüchtlinge schossen Maskenverweigerer verpetzen: Was der Volkswille der Deutschen, ihr jeweiliger zeitgeistiger „volonte generale“ für richtig befindet, muss unfehlbar sein.

Diese Gesellschaft feiert Individualismus und Egoismus als höchstes Gut, bis hin zu deren Exzess und Perversion, und der Staat fördert dies seit Jahren: Jegliche Pflichten und Opfer für die Solidargemeinschaft wurden geschleift. Einen Grunddienst – ob ziviler/sozialer Natur oder in Form der Wehrpflicht – gibt es nicht mehr. Einstehen für andere, Solidaritätsgesten, Verantwortungsbewusstsein sind Auslaufmodelle. Blaumachen, Versicherungsbetrug, Abwälzen von Lasten auf die Gemeinschaft wurden zum Normalfall. Ob selbstbewusstes „Abhartzen“ oder schamloses Absahnen im öffentlichen Dienst, ob die Vermüllung öffentlicher Grünflächen oder Schwarzfahren als sichtbares Zeichen der Gleichgültigkeit gegenüber dem Kollektiv: Die Devise heißt „Es gibt keinen anderen Gott als ‚Ich‘, und du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“. Und selbst bei der Sanktion von gemeinschädlichem Verhalten wird auf Freiheitsbeschneidung so weit verzichtet wie möglich:  Vergewaltiger, Räuber, Plünderer, Randalierer, Landfriedensbrecher, die ihre „Freiheit“ zum maximalen Schaden anderer ausleben, müssen hierzulande nur geringste Konsequenzen tragen, wenn überhaupt.

Ausgerechnet ein Virus sorgt nun dafür, dass plötzlich wieder Gemeinschaftsgefühl, „Solidarität“ bis hin zu positiv konnotiertem Mitläufertum hoch im Kurs stehen. Parolen wie „Wir bleiben zuhause!“, „Gemeinsam da durch“ bzw. „Gemeinsam einsam“ bis hin zu „Ich trage Maske – für dich“ beschwören einen realsozialistischen Gemeinsinn, der nicht nur die Esken-Kühnert-SPD tief „erröten“ lässt. Unkritischer Konformismus der durch Angst zusammengeschweißten Volksgemeinschaft ist Trumpf, die Front der Ja-Sager darf keine Lücken aufweisen. Die Defätisten von heute betreiben Wehrkraftzersetzung nicht mehr, indem sie am Endsieg zweifeln – sondern am Sinn von Schutzmasken.

Abgeklärt inszenierten sich Politiker, Journalisten und spöttisch-überhebliche Angepasste und erklären, sie hätten „überhaupt kein Verständnis“ für die Kritiker und Skeptiker von Versammlungsverboten und vor allem Masken; schließlich wäre Deutschland doch „dank der Anstrengung aller“ so glimpflich durch die Krise gekommen; die Politik habe insgesamt einen guten Job gemacht, und außerdem – so ist immer öfter zu hören – sei das Gejammer der „Rechten“ unerträglich, die ihre Grundrechte in Gefahr sähen, weil sie „das bisschen Maske“ tragen müssen – die doch nicht wehtut und die selbst dann, wenn sie nur begrenzten Nutzen hat, dennoch ein so wichtiges „Zeichen der Solidarität“ sei. Überhaupt solle man mal schauen, wie hart in anderen Ländern der Welt der Lockdown gewesen ist oder noch ist, und da könnten wir doch froh sein, „wie gut es uns geht“.

Ganz abgesehen davon, dass es sich bei solchen Äußerungen um halbgaren Whataboutism handelt und Deutschland wohl eher trotz, nicht wegen dieser Bundesregierung gut durch die Krise gekommen ist (hauptausschlaggebend fürs „curve-flattening“ waren nämlich die umsichtigen freiwilligen Verhaltensänderungen, weder Lockdown noch Maskenzwang!): Dass andere Länder noch schlimmer dran sind, rechtfertigt keine noch so geringen Freiheitseinschränkungen hierzulande. Mit dieser Begründung könnte man Schutzhaft, Folter, Redeverbote oder allabendliche Ausgangssperren einführen und den Gegnern dieser Maßnahmen vorhalten, sie sollten sich nicht beklagen, denn in Nordkorea gehe es den Leuten schließlich noch schlimmer. Nein: Bei staatlichen Eingriffen in Grundrechte wie Freizügigkeit, Versammlungsfreiheit, aber auch körperliche Unversehrtheit – letzteres tangiert die Maskenpflicht übrigens durchaus – kann es keine Kompromisse geben, ebensowenig wie es „ein bisschen tot“ oder „ein bisschen schwanger“ gibt.

Der Maskenzwang ist ein Freiheitseingriff, egal für wie hinnehmbar eine Mehrheit ihn hält, und dass er angesichts des Realrisikos nicht nur unverhältnismäßig ist, sondern in seiner Wirkung hochumstritten zweifelhaft oder womöglich sogar mehr Schaden als Nutzen bringt – das kann nicht einfach beiseite geschoben werden. Schon gar nicht, indem Kritiker lächerlich gemacht werden („ist das so schlimm, mal ne Maske aufzuziehen?“). Es stimmt: Masken in Schulen sind zwar verheerend und gesundheitsgefährdend für Kinder, vor allem im Hochsommer, und in Geschäften sorgen sie für gigantische Umsatzeinbrüche – doch sie bringen keinen um. Es würde auch keinen umbringen, wenn morgen beschlossen würde, Menschen mit gerader Postleitzahl dürften nur noch blaue, die mit ungerader nur noch rote Kleidung tragen. Aber es wäre ein unzulässiger, willkürlicher Eingriff des Staates in die Freiheitsrechte seiner Bürger.

Wann immer der Staat Einschnitte in die alltäglichen Lebensgewohnheiten vornimmt und das Verhalten der Bürger reglementiert,  müssen hierfür absolut notwendige Gründe vorliegen, die a) keine Alternativen zulassen und b) deren Sinn medizinisch-gesundheitspolitisch eindeutig belegt sein muss. Temporäre, also (zwingend!) wieder vorübergehende Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung einer Pandemie sind generell nicht ausgeschlossen –  auch nicht für eine freie Gesellschaft. Doch stets muss gelten: So kurz wie möglich, nicht länger als unbedingt nötig, und nur, wenn der Zweck objektiv und nachweislich ist. Genau das hat man in Deutschland vergessen – und mit dem unbefristeten Maskenzwang geradezu pervertiert.

Unabhängig davon, dass die wissenschaftlichen Argumente gegen die Maske nicht dadurch widerlegt sind, weil ihre einstigen Verfechter auf politischen Druck hin im April, eine 180-Grad-Wende vollzogen: Die inzwischen erwiesene potentielle Virusverbreitung nicht nur durch Tröpfchen, sondern auch Aerosole macht die Maske zur Makulatur. Bei 1000 Stichproben-Kontrollen der baden-württembergischen Polizei vergangene Woche stellte sich heraus, dass ein gutes Drittel der Bürger im Land die Maske nicht korrekt trägt, so dass diese keine Schutzfunktion mehr erfüllt. Also müsste diese Pannenhäufigkeit, wenn die Maskenpflicht tatsächlich etwas brächte, schon längst zu einem Massenanstieg an Infektionen geführt haben. Im Umkehrschluss ist die Wirkungslosigkeit damit ein weiteres Mal empirisch erwiesen.

Die „Compliance“ aller und die Einsicht der Bürger in staatliche Corona-Auflagen wären deutlich höher, wenn tatsächlich eine große Zahl an Menschen sterben würde, wenn es (über)strapazierte Kliniken gäbe und wenn diese Infektionskrankheit auch nur einen Bruchteil der Gefährlichkeit hätte, die zu Beginn der Krise angenommen wurde. Doch seit dem ersten Auftreten von Corona wurden zur Aufrechterhaltung der scheinbaren Bedrohung fortwährend nur Zerrbilder aus dem Ausland bemüht: zuerst Italien und Spanien (wobei nach wie vor nicht klar ist, was uns da eigentlich gezeigt wurde – Folgen einer möglichen massenhaften Fehlbehandlung durch kontraproduktive Beatmungen oder womöglich nur die in diesen Ländern leider normalen Belastungsspitzen ohnehin maroder Gesundheitssysteme?). Heute sind es vor allem Schilderungen – bezeichnenderweise keine Aufnahmen aus Kliniken mehr –  aus den USA und Brasilien.

Maske, AHA-Regeln, all dies wäre leichter zu tragen und ertragen, würde diese „Krise“ nicht tagtäglich durch unwissenschaftliche Märchen und unseriöse Zahlenspiele neu beschworen, sondern wäre stattdessen in der Realität irgendwo für irgendwen erlebbar. Sie ist es aber nicht (mehr) – und eben das ist der Hauptunterschied zu allen bisherigen Pandemien der Geschichte: Niemand, wirklich niemand ist mit „Erkrankten“ konfrontiert, weil es diese entweder nicht mehr gibt – oder viel zu selten gibt. An die Stelle von Toten sind in der medialen Berichterstattung heute die Positiv-Getesteten getreten, und diese sind nach 10-14 Tagen sang- und klanglos alle wieder gesund – was sich daran zeigt, dass die Covid-Stationen der Kliniken weiter gähnend leer sind. Dies ist keine Pandemie; jedenfalls nicht zur Zeit und nicht in Deutschland. Und alles, was wir zu Recht als unnatürlich und verändert gegenüber der Vor-Corona-Zeit empfinden, sind nur Folgen der Maßnahmen – nicht Corona selbst. Ohne sie hätten wir: Die völlige Normalität. Doch die darf es – politisch gewollt – partout nicht geben. Eine immer penetrantere Gehirnwäsche redet uns ständig ein, die empfundene Normalität sei eigentlich eine Täuschung.

Die Freiheit stirbt nicht am Stück, sondern in kleinen Schritten. Es ist „nur“ die Maske. Es sind „nur“ die persönlichen Daten, die überall hinterlassen werden sollen. Es ist „nur“ die Quarantäne oder der regionale Lockdown. Es ist „nur“ ein Reiseverbot. Es ist „nur“ ein Zwangstest. Und irgendwann es dann „nur“ das Demonstrationsverbot“, „nur“ der Impfzwang, „nur“ das Berufsverbot für jene, die vom Mehrheitsglauben abweichen. In dem Maße, wie das Infektionsschutzgesetz (das längst als neues Ermächtigungsgesetz gilt und faktischen Verfassungsrang besitzt) zur Dauerinstitution gemacht wird, verwandelt sich Deutschland schleichend in ein autoritäres System. Darüber mögen die spotten, denen das Sich-an-Regeln-halten schon immer im Blut lag oder die sich an den Auflagen nicht stören, da sie offen dahinterstehen.

 Die Unfreiheitlichkeit eines Regimes spüren immer nur die, die dagegen opponieren. „Wer sich nicht bewegt, spürt auch sein Fesseln nicht“, hieß einst ein Spontispruch der Generation, die damals gegen das reaktionär-spießige Nachkriegsdeutschland auf die Barrikaden ging; gemeint war er als Aufruf, sich aufzubäumen und die Fesseln abzustreifen. Diese Revoluzzer von damals sind heute selbst am Drücker, inzwischen verkörpern sie die Reaktion – und empfehlen den Durchschnittsdeutschen heute zynisch das, was sie einst anprangerten: Stillhalten, dann spürt ihr auch die Fesseln nicht.

Klartext

von Daniel Matissek

Diesen Beitrag gibt es für Sehgeschädigte auch als Podcast unter: https://www.hallo-meinung.de
oder bei Youtube unter:
https://www.youtube.com/watch?v=EU3Z72Z41fQ&feature=youtu.be


Um unsere aktuellen Beiträge nicht zu verpassen, schaut auf unsere Homepage

Das alles geht aber nur mit eurer Unterstützung, egal ob groß oder klein, denn jede Unterstützung hilft uns alternativen Medien dabei für Meinungsfreiheit und Demokratie zu kämpfen.

Hier findet ihr wichtige Infos zu HALLO MEINUNG und auch unsere Kontoverbindung: hallo-meinung.de
Falls ihr unsere Arbeit unterstützen möchtet, geht das einfach unter: klicke hier um uns per PayPal zu unterstützen

Zeige Flagge für HALLO MEINUNG 🇩🇪
In unserem Shop findest du Shirts, Tassen und vieles mehr:
https://shop.spreadshirt.de/hallo-meinung-shirts/

Link zum HALLO MEINUNG-Song:
https://www.digistore24.com/product/306987

Wir bewegen Deutschland!

Wir freuen uns über jede Unterstützung.
Herzlichen Dank.

Euer Peter Weber und Team

Wir behalten uns vor, Kommentare vor der Veröffentlichung zu prüfen

__CONFIG_group_edit__{}__CONFIG_group_edit__
__CONFIG_local_colors__{"colors":{},"gradients":{}}__CONFIG_local_colors__
  • Ein ganz treffender Beitrag, den ich von vorne bis hinten unterschreiben könnte!
    Prima Herr Mattissek und vielen Dank Herr Weber! LG

  • Sehr gut! Ich möchte keine Maske tragen. Ich bekommen keine Luft darunter, schwitze wie ein Schw…und fühle mich schlicht dadurch entwürdigt. Dass ich meine Mitmenschen nicht mehr erkenne, finde ich schlimm. Sie sehen alle gleich aus – wie Klone. Und dass Kinder Masken tragen müssen, finde ich zutiefst unmenschlich.

  • ein toller und voll zutreffender Beitrag, man kann nur hoffen das auch die letzten gut gläubigen Menschen endlich aufwachen und sehen was hier mit Deutschland gemacht wird

  • dem kann ich mich nur anschließen, mir geht es eben so und was die Kinder betrifft finde ich entwürdigend

  • {"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
    >