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Die Grünen wollen teurere Lebensmittel: Wer zu arm für Brot ist, soll einfach kiffen? 

 31. Dezember 2021

von  Niklas Lotz

Etwas passt nicht in der Ideologie der Grünen, das ist aufmerksamen Beobachtern schon lange aufgefallen. Auf der einen Seite betont man immer die Menschlichkeit, ein Herz für die Schwachen und moralisch richtiges Handeln, auf der anderen Seite hat man für den durchschnittlichen deutschen Geringverdiener absolut nichts übrig. Das beweist die aktuelle Forderung von Cem Özdemir, die Lebensmittelpreise müssten endlich steigen. Was von den Grünen natürlich wie immer nobel mit der Rettung des Planeten begründet wird, bedeutet für viele Bürger im Land nicht weniger als eine Existenzkrise.

Die Argumentation von Cem Özdemir ist so simpel wie fadenscheinig: Tierleid, Klimazerstörung und auch ungesunde Ernährung gäbe es deshalb, weil es Lebensmittel zu „Ramschpreisen“ gibt. Ramschpreise, das klingt irgendwie nach Shopping, nach dem Kaufen von überflüssigen aber reduzierten Gütern. Doch so einfach ist die Welt nicht, wie der neue Agrarminister der Grünen das hier darstellt. Niemand geht mit Black-Friday-Stimmung in den Discounter und jagt Schnäppchen an der Fleischtheke. Allein der Gedanke ist schon eine Anmaßung sondergleichen.

Viel mehr orientieren sich die Preise an den durchschnittlichen Einkommen in Deutschland. Keiner kann behaupten, dass Verkaufsstrategen nicht gerne noch mehr Gewinne machen würden, nur ist es so, dass Lebensmittel eben jeder braucht und sie auch für den von Erwerbsminderungsrente lebenden Frührentner oder den Leiharbeiter, der sich mit zwei Nebenjobs über Wasser hält, erschwinglich sein müssen. Schon kleinste Verteuerungen können diesen Menschen das Bestreiten ihrer Existenz unmöglich machen – Und ihnen somit auch das Gefühl von Würde nehmen. Denn die wenigsten sind freiwillig einkommensschwach und für diese Menschen ist es eine blanke Verhöhnung, was Cem Özdemir geäußert hat.

Hier merkt man aber auch sofort das Grundproblem der Grünen, welches sich auch mit blumigen und sozial klingenden Wahlkampf-Slogans nicht überdecken kann: Man ist schon lange zur Klientel-Partei für Besserverdiener mit Öko-Lifestyle geworden, praktisch die FDP auf dem Lastenrad. Das mag auch erstmal nicht schlimm sein, denn fast jede Partei richtet sich an eine bestimmte Klientel, aber in einer Regierungsbeteiligung kann man nicht länger so auftreten. Die Regierungsmitglieder der Grünen regieren jetzt das ganze Volk, nicht nur ihre 14% aus dem Biomarkt-Milieu. Genau aus diesem Grund ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, sich von den Ideen zu verabschieden, die zwar ökologisch sinnvoll, aber sozial nicht umsetzbar sind. Politik muss alle gesellschaftlichen Felder abwägen und berücksichtigen, sie soziologischen, die ökonomischen und ja, auch die ökologischen. Aber eben nicht nur die ökologischen.

Die „Klima-Rettung“ von Deutschland aus ist sowieso etwas für die Wahlplakate und nicht für die Realpolitik. Gerade ein Realo-Politiker wie Özdemir sollte das eigentlich wissen, daher ist seine Forderung besonders kritisch zu sehen. Effektiver Klimaschutz geht nur europäisch und letztendlich weltweit. Dass immer mehr Staaten auf Atomkraft setzen, auch um effektiv CO2-Ausstoß zu reduzieren, wäre zum Beispiel etwas, wo man mitziehen muss, wenn man es mit dem Klima ernstmeint. Gerade hier aber haben die Grünen wieder ideologische Einwände, weil die eigene Wähler-Klientel hohe Überschneidungen mit den Leuten hat, die mit „Atomkraft? – Nein Danke“ auf der Brust herumgelaufen sind.

Stattdessen bringt man also lieber Vorschläge, die alleine in Deutschland umgesetzt nichts am Klima ändern, aber sehr wohl am Funktionieren dieser Gesellschaft. Gerade in Zeiten von Inflation und explodierenden Preisen wirkt es fast surreal, als Politiker eine weitere wohlgemerkt künstlich von der Politik erzeugte Preiserhöhung zu fordern. Man merkt einfach deutlich, dass auch ein Cem Özdemir wie viele Grüne dazu neigt, seine eigene Einkommenssituation auf den Rest der Bevölkerung zu projizieren. Dass es einem Cem Özdemir nichts ausmacht für seine Lebensmittel auch das Doppelte zu zahlen, dürfte jedem klar sein. Auch der durchschnittliche wohlhabende Grünen-Wähler hat ja auch jetzt kein Problem mit den steigenden Spritpreisen durch die CO2-Steuer, welche der AfD-wählende Berufskraftfahrer gerade sehr wohl hat. Die Grünen sind nun aber auch die Regierung jenes Berufskraftfahrers, also können sie seine Bedürfnisse nicht ignorieren.

Wenn die Ampel-Koalition länger als ein paar Monate halten soll, sollten die Grünen schnellstens ihren grundsätzlichen Politik-Stil überdenken. Wenn die radikal-ökologischen Forderungen weiter über allem anderen stehen, ist die Partei nicht regierungsfähig. Gerade in Krisenzeiten wie diesen geht es um Stabilität und Pragmatismus, nicht um Umwelt-Populismus und grüne Klientelpolitik. Die Grünen sollten nicht vergessen, wo sie herkommen: Aus einem Milieu, welches sich Freiheit und den Kampf gegen Ungerechtigkeit auf die Fahne geschrieben hat. Gerade die alte Zielgruppe, die sich von staatlicher Bevormundung unterdrückt fühlenden Bürger könnten sich sonst sehr schnell offensiv gegen die Grünen wenden. Die vermeintlich falsche Ernährung steuert man als Politiker niemals mit Zwängen, sondern mit Aufklärung. Zumindest, wenn man sich das Volk nicht zum Feind machen möchte.

Von Niklas Lotz (neverforgetniki)

Diesen Artikel gibt es für Sehgeschädigte auch als Podcast unter:
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