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Die Zeugen Coronas! 

 19. Dezember 2020

von  Daniel Matissek

Kollabierende Intensivstationen, Triage, Massensterben? Den Frontberichten der Pandemie ist zu misstrauen

Dem Dilemma, dass einerseits die durch PCR-Tests ermittelten Infiziertenzahlen – allen Maßnahmen zum Trotz – mittlerweile schwindelnde Höhen erreichen, andererseits die ständig beschworene große Katastrophe im Gesundheitsbetrieb weiterhin hartnäckig ausbleibt, versuchen die Vertreter der pandemischen Propaganda verstärkt zu begegnen, indem sie auf hochemotionale Erlebnisberichte und Fallschilderungen jener zurückgreifen, die an vorderster Front mit Corona befasst sind: Intensivmediziner, Klinikärzte, Pflegepersonal. Deren begierig veröffentlichte Testimonials lauten durchgängig: Wir sind am Ende unserer Kräfte. So schlimm war es nie. Die „Süddeutsche Zeitung“ veröffentlicht seit längerem ein „Corona-Tagebuch“ mit verstörenden Erlebnisberichten von Ärzten. Und in der „Zeit“ schildert das Pflegepersonal der Uniklinik Essen apokalyptische Zustände, die an die medizinische Versorgung von Somalia oder Bangladesh erinnern.

Zu den neuesten Überhöhungen zählt auch die grob wahrheitswidrige Behauptung, es fänden in Deutschland bereits Triagierungen statt. Seit Bayerns Katastrophen-Hohepriester Markus Söder diese Räuberpistole mit unheilvollem Geunke vergangene Woche erstmals in die Welt setzte, können es vor- und übereifrige Zeitgenossen anscheinend gar nicht abwarten, das Eintreten dieser Horrorvision zu bestätigen: Für helle Aufregung sorgte ein Arzt am Oberlausitzer Bergland-Klinikum Zittau, der am Dienstag davon sprach, es fänden in seinem Krankenhaus bereits Triagen statt. Eine krasse, sofort dementierte Falschbehauptung, die für einigen Wirbel sorgte und sowohl Gesundheitsminister Jens Spahn als auch der Intensivmedizinervereinigung DIVI eine Stellungnahme abnötigte: Auch wenn die Belastung groß sei, sei man definitiv „nicht an dem Punkt, priorisieren zu müssen“.

Das Schreckenswort Triage ist ein gutes Beispiel für die fahrlässige Fehlanwendung einer Fachterminologie, die manch einem in diesen Zeiten nur allzu locker über die Lippen geht. Triage stammt eigentlich aus der Militärmedizin und beschrieb einst die grausame, aber notwendige Praxis in Kriegslazaretten, vorrangig oder nur diejenigen zu behandeln, die halbwegs wehrfähig sind oder überhaupt noch Überlebenschancen haben. Gelegentlich wird der Begriff heute von Ärzten – nicht erst seit Corona – auch für die Abstufung von Behandlungsprioritäten verwendet, wenn es dabei nicht um Leben und Tod geht. Vielleicht hatte es der Zittauer Arzt ja so gemeint; doch weil „Triage“ der ersten Welle und der Todes-Chiffre Bergamo gleichbedeutend ist mit gnadenlosem Verreckenlassen, Daumen-hoch/Daumen-runter-Willkür und der Wahl zwischen Intubation und Abröchelnlassen, wäre dies dann doch sehr naiv gewesen. So oder so: Es ist schlichtweg unverantwortlich, zu Dramatisierungszwecken mit Triagen hausieren zu gehen, die nirgends stattfinden.

Vor allem in den sozialen Medien überschlagen sich zur Zeit echte oder Fake-Ärzte und Pfleger mit erschütternden angeblichen Tatsachenberichten und Zustandsbeschreibungen ihres Berufsalltags; allesamt dazu angetan, den „Leugnern“ und „Verharmlosern“ die Schamesröte ob ihrer Ignoranz ins Gesicht zu treiben – und sie Demut zu lehren ob einer entsetzlichen Realität, die sich nicht länger abstreiten ließe. Besonders populär sind hier die Beispiele von topfitten, jungen, nicht vorerkrankten Infizierten, die angeblich kurz nach ihrer Ansteckung auf den Intensivstationen landen und dort elendig das Zeitliche segneten. Fast kein Tag vergeht, an dem solche Einzelschicksale nicht mit morbider Lust ausgemährt werden. Die Frage nach dem Wahrheitsgehalt bleibt da schon mal auf der Strecke.

Auf Facebook berichtete am 8. Dezember ein auf die Covid-Station versetzter Neurologe aus Berlin über einen „34-jährigen, sportlichen Mann… ohne Vorerkrankungen“, der sich angeblich kurz nach seiner Ansteckung in der künstlichen Beatmung wiederfand und um sein Leben kämpfte. „Ich sah in seine Augen, Tränen rannen über die Wangen… ‚Ich habe so eine scheiß Angst! Ich will nicht sterben!‘, murmelte er und ich stand hilflos vor ihm“, schreibt der Arzt pathetisch. Und um bei den Facebook-Lesern den Schock komplett zu machen, fährt er fort: „Zu meinem nächsten Dienst war er nicht mehr da. Ich schätze, er hätte gerne ein schönes Weihnachtsfest gehabt und in paar Tagen seinen 35. Geburtstag gefeiert.“ Der Post verfehlte seine Wirkung nicht: Zehntausende Heulsmileys, tiefbetroffene Kommentare, Beileidsbekundungen – und blankes Entsetzen, wie erwartet. Der Clickbait-Horror hat funktioniert.

Das Dumme an der Geschichte: Sie kann nicht so stimmen. Findige Rechercheure – reale „Faktenfinder“ also, nicht solche vom Schlag der „Correctiv“-Zensurbüttel – wiesen schon kurz nach Erscheinen des Post nach, dass in Berlin in der fraglichen Woche kein einziger Patient in der Alterskohorte von 30 bis 39 Jahre verstorben war. Damit konfrontiert, ruderte der dramatische Doktor auf Facebook plötzlich zurück – und fragte listig-arglos: „Behaupte ich irgendwo, dass besagter Arzt verstorben ist?

Auf genau diesem Niveau läuft die Meinungsbildung zu Corona seit Monaten ab: Sensationspropaganda. Angstmacherei. Halbwahrheiten zur Stimmungsmanipulation. Das erste Opfer im Info-Krieg ist immer die Wahrheit – und stets ist auch die Interessenlage der „Player“ und ihrer Kronzeugen zu hinterfragen. Die Motive dafür, in dieser Krise alles stets noch viel schlimmer darzustellen, als es eigentlich ist, oder blanke Märchen zu erzählen, sind mannigfaltig. Sie reichen vom kommerziellen Eigeninteressen von Kliniken, Staatsgelder abzugreifen, über schamlose Selbstprofilierung aus Geltungsdrang und das elektrisierende Gefühl, handelnder Zeitzeuge einer vermeintlichen Apokalypse zu werden bis hin zu makabren Spielarten des Münchhausen-Helfersyndroms.

Auch die Bundesregierung beteiligt sich aktiv an der Hysterisierung: Sie lässt derzeit TV-Werbespots ausstrahlen, die eine kontrafaktische Corona-Wirklichkeit zeichnen. Darin kommen vor allem kerngesunde junge Menschen zu Wort, die mit Ach und Krach die Intensivstation überstanden haben. Die perverse Botschaft dahinter in diesen Lockdownzeiten mit Zwangskasernierung: Das kann jedem von euch blühen, der das Haus verlässt und anderen Menschen zu nahe kommt! Kein Zweifel: Es gibt solche Beispiele. Aber sie sind, zum Glück, die absolute Ausnahme. Unter 4 Prozent der Covid-Toten – und die meisten davon Vorerkrankte – waren jünger als 60 Jahre. Das Durchschnittsalter der (wohlgemerkt nicht nur „an“, sondern auch „mit“) Covid-19-Verstorbenen liegt in Deutschland bei 83 Jahren. Über 87 Prozent sind älter als 70.  Trotzdem beschwört Kommentator Rainald Becker in der ARD (das ist jenes journalistische As, das sich im Mai vor Ende des ersten Lockdowns über „Öffnungsorgien“ mokiert und prophezeit hatte, Normalität werde es in Deutschland nicht mehr geben): „Es ist schon 5 nach 12. Wir stehen vor einem medizinischen Notstand“.

Medizinischer Notstand? 4.836 Covid-Intensivpatienten, darunter auch nur „mit Corona“ gezählte Fälle, lagen vorgestern auf deutschen Kliniken – in einem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern. Dies entsprach weniger als 20 Prozent der Gesamtintensivkapazitäten. Auch wenn vielerorts die Situation fraglos belastend ist, stellt dies keine außergewöhnliche saisonale Besonderheit dar. Man fragt sich, welche Worte ARD-Becker und das polit-mediale Panikorchester noch finden wollen, sollte es hier dereinst wirklich einmal eine reale Pandemie geben, bei der dann etwa nicht wie derzeit 0,0005 Prozent, sondern vielleicht 0,1 Prozent der Bevölkerung (also 84.000 Patienten) auf intensivmedizinische Hilfe angewiesen wären. Wie sieht es denn nun wirklich aus in Deutschlands Kliniken? Jedenfalls nicht anders als in früheren Jahren, wo es immer schon Engpässe und sogar Totalüberlastungsspitzen in vielen Kliniken gab.

„Seit drei Wochen geht das so: Vor der Notaufnahme stehen die Rettungswagen Schlange, drinnen reihen sich die Betten auf dem Flur aneinander. ‚Alleine heute hatten wir zeitweise acht Rettungswagen pro Stunde – normalerweise fangen wir bei fünf schon an zu weinen‘, sagt Dr. Peter-Friedrich Petersen, Leiter der Notaufnahme des Klinikums Höchst. Das städtische Krankenhaus ist kein Einzelfall. Überall in der Stadt platzen die Kliniken aus allen Nähten, müssen immer wieder Patienten in Krankenhäuser im Umland schicken. Vor allem die Intensivstationen sind dicht, aber auch auf den internistischen Stationen sind keine Betten mehr frei.“

Was sich hier anhört wie der aktuelle Tagesbericht von RKI-Tierarzt Lothar Wieler bei einer seiner Weltuntergangs-Pressekonferenzen aus dem tiefsten Corona-Jammertal, stammt tatsächlich von 2015 – aus der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Nur ein Beispiel von vielen dafür, was es in Deutschland saisonal und regional schon immer gab – ohne dass deshalb ein ganzes Volk hyperventilierte. Damals, bevor sich die ganze Welt in Monofixierung auf ein Virus plötzlich der Sterblichkeit bewusst wurde, und beim Versuch, sie zu überwinden, die soziale und ökonomische Selbstverbrennung in Kauf nahm.

Klartext
von Daniel Matissek

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