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Eine Trauerfeier nur für Covid-19-Tote? 

 22. September 2020

von  Peter Joecken

Frank Walter Steinmeier regt an, eine offizielle Trauerfeier für die mit und durch Covid-19 Verstorbenen durchzuführen. Jens Spahn kann sich das auch grundsätzlich vorstellen. „Es ist schon auch wichtig, finde ich, zu zeigen, dass wir wahrnehmen, welche Härten, welches Leid es auch eben gegeben hat und zum Teil bis heute noch gibt“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

Laut Statistik des RKI waren am Mittwoch, 9. September genau 9.336 Menschen an, mit oder durch Covid-19 gestorben. Gewiss: 9.336 Schicksale, Schmerzen und Erlösung. 9.336 mal aus dem Leben gerissen.

Doch das Einzige, was in unserem Leben sicher ist, ist der Tod. Zu 100 Prozent. Steinmeier weist in seiner Begründung auf die besondere Einsamkeit, die diese Verstorbenen hätten durchleiden müssen.  Und deren Angehörige. Ich möchte Herrn Steinmeier – bei aller Kritik, die ich ihm und seiner Arbeit als Bundespräsident entgegenbringe – nicht absprechen, dass er es gut meint mit diesem Vorschlag. Jedoch finde ich, dass er leichtfertig und nicht durchdacht vorgetragen wurde. Diese Einschätzung formuliere ich aus Respekt vor jedem Verstorbenen in diesem Land bewusst zurückhaltend.

Ich meine unumwunden, dass eine derartige Veranstaltung nicht stattfinden sollte. Der Tod durch Krankheit ist ein allgegenwärtiges, täglich tausendfaches Vorkommnis. Zu unserer Kultur gehört ein respektvoller Umgang mit den Toten ebenso wie die Selbstverständlichkeit, den Hinterbliebenen Mitgefühl entgegenzubringen. Immer und überall. Das geschieht auch – aber nicht durch leere Gesten, sondern durch unmittelbare Begegnungen. So ist es auch richtig. Gerade in Bezug auf die Trauer um Verstorbene sollte man von Formalismen Abstand nehmen.

Wenn man, wie Steinmeier es vorschlägt, rein formalistisch handeln möchte und mit einer Gedenkfeier der „an, durch oder mit“ Covid-19 verstorbenen Menschen und ihren Angehörigen gerecht werden möchte, dann darf man aber auch all jene nicht vergessen, die während und durch den Lockdown gestorben sind. Ich meine die vielen Menschen, die infolge lockdownbedingter „Kollateralschäden“ ihr Leben verloren haben. Es ist eine nur schwer nachweisbare Anzahl von Menschen, die durch verzögerte Operationen, Untersuchungen, eigene Zurückhaltung oder Selbsttötung gestorben sind.

Aber es hat sie gegeben und es wird sie weiterhin geben – so lange diese politikgemachte Krise andauert. Die Menschen in Deutschland haben durch die ständige Verbreitung von Angst und Panik in den Medien ihr Verhalten verändert.  Sie scheuen den Weg in die Praxen, sie möchten nach Möglichkeit nicht ins Krankenhaus. Das hat Auswirkungen auf die Sterblichkeit.

Eine riesige Pleitewelle rollt auf Deutschland zu. Sie wird kaschiert durch die Erweiterung der Insolvenzantragspflicht. Auch das wird Auswirkungen auf die Sterblichkeit haben. Es wird Menschen geben, die das nicht verkraften. Es werden also weiterhin Menschen „an, durch oder mit“ Corona sterben. Wer, also, zählt hier dazu?

In den USA wurden die Statistiken mittlerweile bereinigt und separat untersucht, wie viele nach tatsächlicher wissenschaftlicher Evidenz kausal an Corona als Todesursache gestorben sind. Und siehe da: Die US-Seuchenschutzbehörde CDC hat mitgeteilt, dass in dem Land nicht – wie bisher angegeben – rund 165.000 Personen „durch Covid-19“ gestorben sind, sondern tatsächlich weniger als 10.000. Die übrigen hatten teils erhebliche weitere Erkrankungen (6 Prozent versus 94 Prozent). Nimmt man ein ähnliches Verhältnis auch für Deutschland an, bedeutete dies: Es ist davon auszugehen, dass in Deutschland nicht 9.336 Menschen „an, durch oder mit“ Covid-19 verstarben, sondern etwa 560 wirklich „durch Covid-19“. Dies würde bedeuten, dass pro Tag also statistisch etwa drei Menschen in Deutschland tatsächlich kausal an Covid-19 sterben. Von über 2.600 Menschen, die ebenfalls täglich sterben – an allen möglichen Ursachen. Sie sterben auf unterschiedliche Weise; mal schlafen sie friedlich ein, mal sterben sie einsam, mal sterben sie plötzlich und unvermittelt, mal sterben sie unter starken Schmerzen und müssen viel Leid aushalten. Doch sie alle sterben. Täglich.

Ich bin mir leider sicher, dass in unserem Land keiner der Verantwortlichen den Mut und den Anstand aufbringt, diesen statistischen Unterschied aufzuklären und auf die tatsächlichen Verhältnisse zu übertragen. Es würde das Eingeständnis fehlender politischer Verantwortung und falschen Handelns voraussetzen. Und: Es würde nicht zur Strategie der Angst in unserem Land passen.

Indes: „Nur“ drei verstorbene Menschen „durch Covid-19“ täglich? Dies so formuliert, in aller Ernsthaftigkeit zu fragen, würde den Toten nicht gerecht. Und es wird auch allen übrigen Toten nicht gerecht. Der Tod gehört zum Leben. Aber das Leben gehört auch zum Tod.

Und ich denke, dass man auch aus diesem Grund von einer offiziellen Gedenkfeier für die „durch die Covid-19-Krise verstorbenen Menschen“ (so müsste der korrekte Trauerzweck lauten)  absehen sollte. Führt man explizit für diese eine Gedenkfeier durch, dann würde man alle anderen Menschen, die in Deutschland sterben, zurücksetzen.

Statt einer Gedenkfeier sollte man ein ganz einfaches Symbol der Solidarität mit den Opfern der „Pandemie“ schaffen: Das Tragen von Schutzmasken an bestimmten dafür vorgesehenen Orten, gerade weil deren Effizienz niemand erklärbar ist. Dann hätten sie wenigstens als „Trauersymbol“ einen Sinn.

von Peter Joecken

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