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Eine Voodoo-Nadel im Körper: Amazon bedroht den Traditionellen Einzelhandel 

 10. Juni 2020

von  Raimund Thümmel

Von Raimund Thümmel

Die Hauptoffensive Amazons wird Europa und hier speziell Deutschland gelten, da dies der zweitgrößte Absatzmarkt neben den USA ist. Als Kunde ist man bei Amazon beinahe im Shopping-Himmel angekommen. Ist man „Prime“-Kunde, was 69,00 EUR im Jahr kostet, dann kratzt man schon an der Himmelspforte. Sehr viele Artikel werden bei „Prime“ innerhalb weniger Stunden geliefert. Bestellt man einen „Prime“-Artikel z.B. am Montagnachmittag, dann klingelt der Paketbote am Dienstagvormittag an der Türe, was wirklich beeindruckend ist. Normale Amazon-Kunden erhalten ihre Ware innerhalb von zwei bis drei Werktagen, was ebenfalls durchaus in Ordnung ist.

Vor einiger Zeit bestellte ich einen Artikel um 16 Uhr, der wurde dann am nächsten Morgen um 9:30 Uhr bei mir zugestellt. Die Ware kam aus einem polnischen Logistikzentrum, das sich ca. 600 km von meinem Wohnort entfernt befindet. Meine Kundenzufriedenheit stieg durch die Bemühungen von Jeff in ungeahnte Höhen.

Sollte der Kunde mit der bestellten Ware nicht zufrieden sein, kann er diese problem- und kostenlos retournieren. Die Gutschrift erfolgt innerhalb weniger Tage. Hier konnten und können kleinere Geschäfte unmöglich mithalten, sie konnten nur immer versuchen, dieses Manko mit kompetenter Beratung und persönlicher Kundenbindung zu kompensieren. Genau das aber fällt nun erstmal weg!

Bitte bedenken Sie und dies ist tatsächlich existentiell für das Überleben der deutschen Innenstädte, dass jeder Einkauf, der über Amazon oder über einen anderen Online-Händler getätigt wird, eine Voodoo-Nadel mehr im Körper des stationären Einzelhandels in Deutschland ist.

Dies war schon vor der Corona- Krise so, und es hat sich jetzt ungemein verschärft, da niemand weiß, welche Geschäfte nach der Krise wieder öffnen werden.

Wenn Sie mit offenen Augen durch Ihre Fußgängerzone gehen, aber dies haben Sie sicher schon getan, können Sie feststellen, dass die Anzahl der Geschäfte innerhalb kürzester Zeit dramatisch geschwunden ist. Daran sind sicherlich nicht nur die Betreiber dieser Läden schuld. Selbst große Handelskonzerne wie Kaufhof oder Karstadt gehen mittlerweile in die Knie.

Selbstverständlich können Sie weiter die Bequemlichkeit des Online-Handels nutzen, aber bitte bedenken Sie, wie es dann in fünf Jahren in den Fußgängerzonen der Republik aussehen wird. Das möchten Sie nicht wirklich erleben! Möchten Sie wirklich in einer Stadt mit Ein-Euro-Läden und sonstigem Tand leben, in der selbst so eine Kette wie Media Markt seine Existenzberechtigung verliert?

Sehr viele Menschen lassen sich erst in einem Einzelhandelsgeschäft beraten, wenn Sie ein bestimmter Artikel interessiert und gehen dann ins Internet und kaufen dort, auch wenn er nur ein paar Euro günstiger ist.
Diese Menschen sollten ihr Kaufverhalten ändern. Sie sollten erst ins Internet gehen, den günstigsten Preis herausfinden und dann zum Einzelhändler ihres Vertrauens vorsprechen und ihm erzählen, dass der Artikel zum Preis X im Internet erhältlich ist.

In den meisten aller Fälle, wird man sich über den Preis einig werden. Selbstverständlich hat sich der Druck bei den Speditionen und Paket-Dienstleistern, der schon vor der Corona-Krise sehr hoch war, ins Ungeheuerliche gesteigert. Durch das erhöhte Paketaufkommen lassen sich natürlich die Versandpreise drücken. Alleine in den ersten drei Monaten des Jahres 2019 ließen sich die Bundesbürger Ware im Wert von mehr als 14,6 Milliarden Euro an die Haustüren oder in die Büros liefern, ein Plus von 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Es herrscht mittlerweile ein „Dauer-Weihnachten“ an der Paketfront!
Natürlich werden in der derzeitigen Situation auch die Lieferanten Amazons, von denen die meisten in einem Abhängigkeitsverhältnis wie der Junkie zum Dealer stehen, geknebelt. Die meisten haben solche Verträge mit Amazon abgeschlossen. Preiserhöhungen seitens des Lieferanten sind schwierig, wenn nicht unmöglich, da sich Amazon, dann sofort von einem Alternativ-Lieferanten beliefern lässt. Wie man sieht, profitiert Amazon auf drei Seiten von der Corona-Krise.

Was können wir also tun?

Die weiseste Antwort lautet: Kauft lokal und lasst euch nicht von dem Mephistopheles Amazon verführen.


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