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Einsamkeit als Todesursache 

 27. Juli 2020

von  Peter Joecken

Die Isolation der alten Menschen, die die Welt nicht mehr verstehen können, erzeugt psychische Schäden ungeahnten Ausmaßes

Hallo, Hallo Meinung!

Soziale Isolation macht nicht nur einsam; nein, sie tötet auch. In den Altenheimen unseres Landes herrschen immer noch die Bedingungen der neu geframten Formulierung: „Social Distancing“. Da ist es nicht mit 1,5 m Abstand getan: „Social Distancing“ hat schwere Folgen für alte Menschen, insbesondere für diejenigen, die alleine leben. Im Jahr 2018 gab es in Deutschland ungefähr 17,33 Millionen Einpersonenhaushalte, die Hälfte davon mit Menschen älter als 55 Jahre. Besonders Pflegebedürftige durchleben schwere Zeiten, wenn es etwa heißt: Bewohner in Alten- und Pflegeheimen durften nur noch besucht werden, wenn sie im Sterben lagen.

Über 3,4 Millionen Deutsche sind pflegebedürftig, rund 800.000 Senioren leben in Altenheimen.  Bei diesen kann die immer noch bestehende Ausgangssperre und auch die stark eingeschränkte Besuchskultur schwere gesundheitliche Folgen hervorrufen. Soziale Isolation über einen längeren Zeitraum erhöht das Risiko von zusätzlichen, eigentlich vermeidbaren, schwerwiegenden Gesundheitsproblemen. Und das nicht nur bei den Menschen im Allgemeinen, sondern bei den Älteren im Besonderen. Herzerkrankungen, Depressionen, Demenz und am Ende der Tod. Eine Studie der Forschungspsychologin Holt-Lunstad weist nach, dass chronische soziale Isolation das Sterblichkeitsrisiko um 29 Prozent erhöht.

Mir sind sehr viele Menschen aus meinem persönlichen Umfeld bekannt, die Angehörige haben, die als alte Menschen im eigenen Haushalt oder im Altenheim leben. Die Isolationsmaßnahmen gegenüber unseren alten Mitmenschen haben sich seit ihrem drastischen Beginn Anfang März in einer Weise ausgewirkt, die mich erschüttert.

Völlige Isolation galt bis vor wenigen Wochen; weiterhin jedoch herrschen in vielen Einrichtungen eingeschränkte, streng limitierte Besuchszeiten, Ausgehverbote, Abstandsgebote, Begegnungen mit den Angehörigen und Freunden nur noch getrennt durch eine kalte Plexiglasscheibe, mitunter mit Telefonen als einzige Möglichkeit, mit einander zu sprechen. Das, was sich in diesem Bereich abspielt, ist für mich ein riesiger, von unserer Gesellschaft viel zu stark ausgeblendeter Skandal. Ich frage mich, wie so etwas in einem Land, in dem einmal selbst bestimmte Menschen gelebt haben, möglich ist.

Könnte die Bundesregierung Menschen- und Grundrechte noch stärker missachten? Sie gibt vor, die älteren Menschen „schützen“ zu wollen. Und wir als Gesellschaft? Wir glauben dies – und ertragen diese Situation einfach so. Ich kann mich daran nicht gewöhnen.

Sind denn die älteren Menschen jemals gefragt worden, ob sie diesen „Schutz“ brauchen und haben wollen? Wir sprechen derzeit hochtrabend von der Einführung der „Kinderrechte“, weil alle Menschen vor Gott und dem Gesetz gleich seien. Doch gegenüber den alten Menschen versagen Politik und letztlich auch die Gesellschaft in unerträglicher Weise. Sind Ältere denn keine Menschen mehr? Die Politik trifft bewusst und in voller Verantwortung Entscheidungen zur sozialen und psychischen Isolation der alten Menschen – und die Gesellschaft lässt sich das gefallen.

Die Übersterblichkeitsrate der Gruppe älterer Menschen war während der ersten Wochen der Coronakrise völlig normal und gleichbleibend. Sie unterschied sich nicht von der der Vorjahre. Betrachtet man aber die Übersterblichkeitsrate der Menschen über 80 Jahre seit Beginn des Lockdown, verzeichnet man ab diesem Zeitpunkt eine signifikante Steigerung. Ich stelle die Behauptung auf, dass das kein Zufall ist.

Die Isolation der alten Menschen, die die Welt nicht mehr verstehen können, erzeugt psychische Schäden ungeahnten Ausmaßes. Es ist nicht nur die fehlende Zuwendung durch eigene Angehörige und Freunde, sondern ist auch die zwangsweise aus den Isolationsmaßnahmen resultierende reduzierte Pflege durch das Personal.

Und hat sich jemals schon mal gefragt, wie es eigentlich den Pflegenden in dieser Situation geht?  Die Pflegekräfte stehen im emotionalen Spannungsfeld zwischen den ihnen anvertrauten älteren Menschen und den berechtigten Ansprüchen derer Angehörigen und Freunde. Leider läuft das alles im Schatten der „wichtigen“ Diskussionen um Geld, Wirtschaft und Profit. Unsere alten Menschen werden förmlich (von) links liegen gelassen. Unser soziales Denken und Handeln hat hier offensichtlich eine Stellschraube festgezogen. Sie muss unbedingt wieder gelöst werden.

Die alten Menschen müssen wieder in unsere Gesellschaft zurückkehren.  Das, was wir lieben, dürfen wir nicht durch Isolation zerstören. Wir müssen uns darum kümmern und uns für unsere älteren Mitbürger einsetzen.

Dr. Walter Weber von den „Ärzten für Aufklärung“ nennt das Verhalten unserer Politik gegenüber den alten Menschen  „als Fürsorge verkleidete Niedertracht“. Dem kann ich mich nur anschließen.


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  • Ich finde es erschütternd, mit welcher Arroganz sich diese Politiker über die Interessen der alten Menschen und ihrer Angehörigen hinwegsetzen. Alle Einwände und Appelle werden ignoriert und das angeblich wegen der Gesundheit der Menschen. Wer soll das glauben, wenn die Menschlichkeit dabei auf der Strecke bleibt! Überhaupt werden Rechte in einer sträflichen Manier außer Kraft gesetzt, was selbst nach Infektionsschutzgesetz ohne Angabe des Zeitraums der Beschränkungen und ohne wissenschaftlich fundierte Begründung verfassungswidrig ist. Um die Panik recht schön hochzuhalten, wird ständig von „Infizierten“ gefaselt, obwohl es sich nur um „positiv Getestete“ handelt, die mit einem total unzulänglichen Test gefunden wurden.

  • Ich finde es unerträglich wie man mit unseren alten Leuten in den Alten – und Pflegenheimen umgeht.Diese Menschen haben Deutschland zu dem gemacht was es vor Corona war.Das hat mit Fürsorge nichts zutun , es ist einfach nur beschämend. Hoffentlich werden die Verantwortlichen, die das veranlasst haben , dafür bestraft . Denn was Sie veranlasst haben ist staatlich verordneter Knast.

  • Ich führe einen Hundebesuchsdienst für Senioren. Seit 15.06. dürfen auch wieder fremde Personen die Pflegeheime betreten. Ich habe ein Hygienekonzept erstellt und hätte auch die so wichtigen Besuche meiner beiden Schäferhunde wieder aufgenommen. Ich denke ein warmes und weiches Fell anzufassen, wäre sooo notwendig gewesen. Eigentlich auch vollkommen unproblematisch, gäbe es nicht die Hysterie, dass es laut Pflegeheim nicht 100 % ausgeschlossen ist, das meine Hunde die Bewohner mit Covid19 anstecken können. Es ist also reine Willkür wie lang diese Menschen noch weg gesperrt werden, aber bis dahin gibt es mein Hundebesuchsdienst wahrscheinlich nicht mehr und unsere Regierung schaut zu auf Kosten der Seniorinnen und Senioren in den Pflegeheimen.

  • Ich befürchte, das ein Teil der durch soziale Isolation Verstorbenen einfach als Coronatote in die Statistik fließen um diesen Irrsinn noch weiter zu begründen.

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