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Fasanenjagd als blutiges Vergnügen! 

 9. Januar 2021

von  HALLO MEINUNG

Tierschutzverbände erheben zunehmend ihre Stimme gegen Formen der „Unterhaltungsjagd“, bei denen keine notwendige Jagdzwecke verfolgt werden wie Aufrechterhaltung des ökologischen Gleichgewichts, Regulation der Biosphäre oder Nahrungsbeschaffung, sondern bei denen eher untergeordnete Motive im Vordergrund stehen: Gesellschaftliches Prestige, „Lust am Töten“ oder der schiere Reiz der jagdlichen „Herausforderung“.
Ein trauriges Beispiel dafür ist die leider auch in Deutschland noch immer erlaubte Fasanenjagd. Mit Inkrafttreten des novellierten Landesjagdgesetzes vom Mai 2015 unterliegt der Fasan weiterhin dem Jagdrecht und darf – mit geringfügigen Einschränkungen und im Rahmen der jeweils geltenden Landesjagdzeiten – bejagt werden. Eigentlich handelt es sich bei der Fasanenjagd traditionell um eine Form der Niederwildjagd, auch „Rough Shooting“ genannt, wo neben den Vögeln häufig auch weitere kleine Wildarten (Füchse oder Hasen) zur sogenannten „gemischten Strecke“ gebracht werden. Jäger schätzen an diesem Jagdtyp, dass er eine Kombination aus Buschieren und Ansitzjagd ermöglicht.

Zumeist wird die Fasanenjagd heute als reine „Gesellschaftsjagd“ betrieben, in bester Stimmung und adretter Kleidung – und, das ist das Problem dabei, leider oftmals auch unter Verwendung speziell ausgesetzter Vögel als Jagdtiere. Diese Art der Jagd mit künstlich platzierter Beute ist vor allem in Frankreich oder England verbreitet, sie kommt aber noch immer auch in Deutschland vor. Die (zumeist Hobby-)Jäger verlassen dabei so gut wie gar nicht ihren Ansitz oder Anstand, sondern lassen sich die Zuchtfasane von einer Meute fleißiger Stöberhunde bequem vor den Lauf treiben.

Obwohl es in Deutschland wild lebende Fasane gibt, die von den einst von adeligen Grundherren ausgesetzten Ziervögeln abstammen, gehen manche Jagdgesellschaften auf „Nummer Sicher“ und setzen eigens hierfür angeschaffte Fasane vor der Jagd aus. Da diese Tiere recht kostspielig und natürlich ausschließlich für den „exklusiven“ Kitzel der Jagenden reserviert sind, sehen es Jäger gar nicht gerne, wenn sich andere Wildtiere an ihnen zu schaffen machen – und sie schießen schonmal scharf, wenn sie beobachten, wie sich die von ihnen geringschätzig als „Raubzeug“ bezeichneten Beutegreifer an ihren „lebenden Zielscheiben“ vergreifen.
Immer wieder kommt dadurch auch zum Abschuss von in den Wäldern streunenden Hauskatzen durch Jäger – was regelmäßig zu großer Empörung von Tierschützern führt.

Vor allem jedoch sind die Bedingungen, unter denen die als reine Jagdtiere gezüchteten Fasane heranwachsen, ein veritabler Skandal. Die Nachzucht der Populationen erfolgt durch stetigen Nachschub aus (oftmals illegalen) Massentierhaltungen vor allem in Osteuropa (Ungarn und Rumänien) aufrechterhalten.

Tierschutzorganisationen wie die „Soko Tierschutz“ etwa machen schon seit langem auf diese Missstände der Fasanenaufzucht aufmerksam, die denen der Massentierhaltung von Puten und Hühnern ähnelt: Früher wurde den stolzen Vögeln brutal der Schnabel abgebrannt oder kupiert, damit sie sich in den Tierfabriken nicht gegenseitig verletzten. Weil jedoch der Anblick verstümmelter Jagdtrophäen auf der Strecke vielen Jägern den Spaß an ihrem morbiden Vergnügen trübte, stieg man um auf spezielle „Maulkörbe“: Dabei wird der Schnabel des Tieres durchbohrt, um das Metallgestell daran zu befestigen; eine für die Vögel nicht minder qualvolle Prozedur.

Auch wenn es in Deutschland eher eine Ausnahmeerscheinung ist, so ist für die „Soko Tierschutz“ das Problem der Fasanen-Massentierhaltung zu Jagdzwecken dennoch ein typisches Beispiel dafür, dass es bei vielen Zuchtprojekten gar nicht um den Schutz seltener Arten, sondern einfach nur um ein blutiges Befriedigen niedriger Bedürfnisse geht – ähnlich wie bei der Pelzzucht.. „Die Jäger spielen eine Tierart gegen die andere aus, um am Ende fast alle selber zu bejagen“, schreibt die Tierschutzorganisation zur Fasanen-Tierquälerei – und fordert ein Ende dieses blutigen Hobbys, das „im Wald Stress, Angst und Tod sät und genau die Probleme schafft, die man vorgibt zu verhindern“. Es bleibt zu hoffen, dass möglichst viele tierliebende Menschen für dieses Thema sensibilisiert werden.

Diesen Artikel gibt es auch als Podcast unter:
https://www.youtube.com/watch?v=Nv6NG44aMAw&feature=youtu.be

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Das geht jeden an!
Peter im Gespräch mit Daniel Matissek:
https://www.youtube.com/watch?v=hfZvEZOrELI&feature=youtu.be

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