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Hollywood bleibt divers 

 18. September 2020

von  Lukas Mihr

Als Reaktion auf die Vorwürfe „mangelnder Diversität“ bei der Oscarverleihung hat die Jury ihre Maßstäbe geändert: Nominierungen für den besten Film müssen diskriminierte Minderheiten berücksichtigen. Nicht-weiße Schauspieler, sowie die Thematisierung von Homosexualität, Transsexualität und Behinderung sind fortan ein Kriterium bei der Vergabe der begehrten Goldstatuen.

Wird sich durch diese strengen Maßnahmen etwas ändern? Natürlich nicht! Aber anders als gedacht. Es handelt sich in diesem Fall nicht um eine zahnlose Reform, also bloße Symbolpolitik. Hollywood ist bereits ein linksgrünes Biotop. Auch ohne die neuen Diversitäts-Kriterien. Klassischerweise gelten Regisseure und Filmproduzenten als treue Unterstützer der demokratischen Partei. Barack Obama konnte sich stets auf Rückendeckung verlassen, Amtsnachfolger Donald Trump muss mit erheblichem Gegenwind rechnen.

Auch die Vorwürfe, schwarze Schauspieler würden in der Filmbranche diskriminiert, verpuffen bei genauerer Betrachtung.  Eine Studie der jeweils 100 nach dem Einspielergebnis erfolgreichsten Filme in den USA der Jahre 2007 bis 2017 (insgesamt 1100) kommt zu dem Ergebnis, dass 12,1 Prozent aller Charaktere Schwarze waren. Zum Vergleich: Zwischen 2000 und 2020 stieg der schwarze Bevölkerungsanteil in den USA von 12% auf 13%.

Immer wieder berichten Schwarze, dass sie häufiger als Weiße Absagen von Filmagenten erhielten.
Die oben genannten Zahlen widerlegen diese Auffassung. Wenn sie tatsächlich häufiger Absagen erhalten sollten, könnte dies auch daran liegen, dass sich einfach mehr untalentierte Anwärter bewerben. Zudem ist die Schauspielbranche hart. Ein kleiner Auftritt in einem Werbespot oder einem Musikvideo ist für Schauspieler bereits ein großer Erfolg – eine Rolle als Kassierer im Supermarkt oder als Taxifahrer ist die weit häufigere Karriereoption. Dass viele Talente auf der Strecke bleiben, ist eine mehr als frustrierende Erfahrung, trifft aber ebenso weiße Schauspieler, die in diesem Fall nicht die Rassismuskarte ziehen können.

Auch die Tatsache, dass schwarze Schauspieler häufig eine Rolle als Gangster übernehmen, hat mit Rassismus nichts zu tun. Drogengeschäfte und Schießereien sind schlicht spannender als die Arbeit am Fließband und das Austragen von Briefen. Aus eben diesem Grund übernehmen auch Weiße oft die Rolle des Gangsters. Robert De Niro etwa spielte in seiner langjährigen Schauspielkarriere die folgenden Mafiosi: Mario Trantino, John Civello, Vito Corleone, David Aaronson, Al Capone, Jimmy Conway, Sam Rothstein, Neil McCauley, Louis Gara, Paul Vitti, Don Lino, Giovanni Manzoni Victor Tellegio, Francis Silva und Frank Sheeran.       

Immer wieder heißt es, dass viele Schwarze einen Oscar verdient hätten, aber nicht erhalten haben. Doch dass das für weit mehr weiße Schauspieler ebenfalls zutrifft, kommt vielen nicht in den Sinn. Die Statistik spricht erneut eine deutliche Sprache: Seit dem Jahr 2000 wurde der Oscar an insgesamt 98 Schauspieler verliehen (Hauptdarsteller/Nebendarsteller männlich/weiblich + Ehrenoscars). Darunter waren 63 US-Amerikaner (im Falle doppelter Staatsbürgerschaft war der Geburtsort das ausschlaggebende Kriterium), von denen 15 schwarz waren (24%). Damit sind sie unter den Oscargewinnern im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung doppelt überrepräsentiert.

Auch was die Gagen angeht, so lässt sich beim besten Willen keine Diskriminierung feststellen. Der aktuell bestbezahlte Schauspieler ist Dwayne „The Rock“ Johnson. In den Top 10 ebenfalls vertreten sind Vin Diesel, Will Smith und Lin-Manuel Miranda.

Zwar stimmt, dass bislang noch kein Schwarzer den Oscar für die „Beste Regie“ gewinnen konnte, doch liegt dies vor allem daran, dass es, ganz im Gegensatz zur Vielzahl schwarzer Schauspieler, nur wenige würdige Anwärter gibt. Immerhin finanziell holen schwarze Regisseure auf:

F. Gary Gray und Ryan Coogler gelang es 2017 bzw. 2018, das Einspielergebnis von 1 Milliarde Dollar zu durchbrechen.

Auch die Forderung nach stärkerer Berücksichtigung von LGBT-Themen und Behinderungen wird praktisch nichts am Ist-Zustand verändern: „Moonlight“, die Geschichte über einen schwulen Schwarzen, der mit Drogenproblemen zu kämpfen hat, gewann einen Oscar für den besten Film. Mahershala Ali, ein schwarzer Schauspieler, der dem Islam angehört, wurde für eine Rolle als schwuler Musiker ausgezeichnet. Eddie Redmayne berücksichtige die Jury für seine Darstellung des körperlich behinderten Physik-Genies Stephen Hawking und Einar Wegeners, der sich entschloss, als Frau Lili Elbe zu leben. Auch der schwule Begründer der Informatik, Alan Turing, und Freddy Mercury, der schwule Sänger der Rockband „Queen“, wurden in oscar-prämierten Filmen verewigt. Und vielen Zuschauern ist noch „Brokeback Mountain“, eine Romanze zwischen zwei Cowboys, im Gedächtnis. Diese Reihe ließe sich fast beliebig fortsetzen.

Der Begriff „Diversität“ ist übrigens nicht wörtlich zu verstehen. Ein Film mit ausschließlich schwarzer Besetzung wäre „diverser“ als ein Film, dessen Rollen zu je einem Viertel mit Weißen, Schwarzen, Latinos und Asiaten gespielt werden. Denn Diversität steht nicht für Vielfalt, sondern für möglichst wenige Weiße.

von Lukas Mihr

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