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Liebe Politiker*innen: Verschont uns vor der Gender-Schreibreform! 

 17. August 2020

von  Thomas Paulwitz

Seit der verunglückten Rechtschreibreform, die Deutschland zwischen 1996 und 2006 in Atem hielt, sind staatliche Eingriffe in die Schreibregeln mit Skepsis zu betrachten. Das hält jedoch die Genderbefürworter*innen heute nicht davon ab, die offizielle Aufnahme eines Gendersterns in die Rechtschreibregeln zu fordern. Der Rechtschreibrat zeigt sich für diese ideologisch motivierte Sexualisierung der Sprache offen, wie jüngst seine Geschäftsführerin Sabine Krome im Gespräch mit dem Deutschlandfunk durchblicken ließ.

Nach langem Hängen und Würgen und zahlreichen Nachbesserungen trat die Rechtschreibreform seinerzeit in Kraft. Seither sind die Regeln für Schulen und Behörden verbindlich. Das Ziel, das Schreiben zu vereinfachen, wurde allerdings glatt verfehlt. Die Rechtschreibleistungen der Schüler wurden im Gegenteil meßbar immer schwächer, während einzelne Verlage an den ständigen Regeländerungen und der wachsenden Unsicherheit im Rechtschreiben verdienten.

Eigentlich war die Rechtschreibreform bereits erledigt, als 2004 die Springer-Zeitungen wieder zu den traditionellen Schreibregeln zurückkehrten. Mit einem Kniff gelang es der Kultusministerkonferenz jedoch, die Reform noch zu retten und gegen den Volkswillen durchzudrücken. Sie setzte die alte Rechtschreibkommission ab und den neuen Rat für deutsche Rechtschreibung ein. Dieser war mit ausgesuchten Reformbefürwortern besetzt und glättete mit einigen wenigen kosmetischen Änderungen die Wogen der Empörung. Mit der Zulassung zahlreicher doppelter Schreibmöglichkeiten – etwa „kennen lernen“ neben „kennenlernen“ – sorgte er freilich für noch mehr Verwirrung und Unsicherheit. Ausbaden müssen es die Schüler.

Trotz dieses schlechten Arbeitszeugnisses ist der Rechtschreibrat bis heute für die deutsche Rechtschreibung zuständig. Deshalb arbeiten Genderbefürworter daran, den Rat dazu zu bringen, den Genderstern zu empfehlen. Einzelne Rechtschreibräte wie die Vertreterin des Duden-Verlags sind bereits auf Linie. Allerdings konnte sich der Rat im November 2018 noch nicht dazu durchringen, den Genderstern in die Vorschläge der AG „Geschlechtergerechte Schreibung“ aufzunehmen. Entscheidend ist jedoch letztlich, was in dem Bericht stehen wird, den der Rat 2022 der Kultusministerkonferenz übergeben wird. Er bildet die Grundlage für eine politische Entscheidung und eine mögliche Reform.

Nicht unbeeindruckt dürfte den Rat dabei lassen, daß immer mehr Großstädte wie Hannover ihre Verwaltungen dazu zwingen, den Genderstern zu verwenden. Jüngst hat die von dem grünen Oberbürgermeister Fritz Kuhn regierte baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart eine entsprechende Regelung beschlossen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann wetterte daraufhin gegen die „Sprachpolizei“ – leider nur eine Einzelmeinung.

In dem Stuttgarter Papier heißt es: „Um die Vielfalt unserer Lebenswirklichkeiten in der Diversity-Dimension ‚Geschlecht und Geschlechtsidentitäten auszudrücken, verwenden wir erweiternd zur weiblichen und männlichen Ansprache den Gender-Star.“ Die Hinweise zur Umsetzung schlagen dann Schreibweisen wie „Prof.*in Dr.*in“, „Liebe Kolleg*innen“ und „Sehr geehrte* Damen und Herren“ vor, wobei sie anstelle der letztgenannten Anrede eher zu „Sehr geehrte Anwesende“ oder „Liebe Menschen“ raten. Zur Aussprache empfiehlt das Papier, den Genderstern „akustisch durch eine sprachliche Lücke (kurzes Innehalten)“ – auch bekannt als Genderloch – auszudrücken. Anne Will mit ihren „Steuerzahler – innen“ läßt grüßen. Viele öffentlich-rechtliche Rundfunksprecher benutzen bereits diese störende Sprechpause.

Sabine Krome vom Rechtschreibrat findet die Stuttgarter Regelungen „vollkommen in Ordnung“, ebenso wie „Studierende“ statt „Studenten“. Gegenüber dem Deutschlandfunk erklärte sie zwar, daß der Rechtschreibrat bisher keine Empfehlung für den Genderstern ausgesprochen habe. Dieses Sternchen sei jedoch „die beste Möglichkeit, in bestimmten Textsorten Mehrgeschlechtlichkeit zum Ausdruck zu bringen.“ Somit dürfte klar sein, daß die nächste Rechtschreibreform 2022 eine Gender-Schreibreform sein wird, sollte sich keine massive Gegenwehr erheben. Wörterbuchmachern und Sprachratgebern winkt ein neues Geschäft – auf Kosten der Sprache und der Sprachgemeinschaft.

von Thomas Paulwitz

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  • Es befindet sich ein Schlüsselsatz in dem Beitrag u zwar „gegen den Volkswillen“ das sagt eigentlich alles

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