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Patienten und Pfleger sind, Dank unserer Regierung nur Wirtschaftsfaktoren 

 28. Juni 2020

von  Peter Joecken

Die Patienten und Pfleger sind, Dank unserer Regierung, nur noch Wirtschaftsfaktoren

Das Gesundheitswesen muss verstaatlicht und steuerfinanziert werden. Heute ist man als Patient oder zu Pflegender ein Wirtschaftsfaktor. Durch die von Seiten der Bundesregierungen erzwungene Privatisierung dieses Sektors wollen Unternehmen Profite aus uns erwirtschaften. Sie betrachten den Menschen nicht als solchen ganzheitlich, sondern berechnen ihn in Profit und Rendite.

Alte und kranke Menschen dürfen kein Kapital für andere sein.
In erster Linie ist es wichtig, dass man seinem Krankheitsbild angemessen behandelt wird. Und dass man im Fall auftretender Pflegebedürftigkeit im Alter nicht die Sorge haben muss, zu exorbitant hohen Preisen in einer auf fragwürdigem Qualitätsniveau arbeitenden Pflegeeinrichtung vor sich hin vegetieren zu müssen. Das ist schlicht und ergreifend nicht menschenwürdig.

Manch eine Familie hat für die Versorgung der älteren Menschen in einem Pflegeheim durch die sogenannte „Zuzahlung“ ihr gesamtes Vermögen verloren.

Und ehrlich gesagt, frage ich mich oft, wenn ich mir die Tarife der Altenhilfeeinrichtungen anschaue, auf welcher Kalkulationsbasis das beruht. Die Preise für Pflege im Alter sind exorbitant hoch.
Als „Gegenleistung“ dafür gibt es wenig Personal, kleine Zimmer, für die man sogar, möchte man im Alter alleine sein, einen kräftigen weiteren Zuzahlungsbetrag leisten muss. Oftmals schlechte Wohnqualität und in vielen Fällen eine marode Bausubstanz sind kümmerliche Gegenleistungen für einen hohen Preis.

Aber noch schlimmer finde ich den Trend, der sich aus diesen Umständen ableitet. Die Menschen, die gerade älter werden, haben regelrecht Angst vor dem Schritt aus ihrem familiären Umfeld in die „Obhut“ der Altenheime. Für viele von ihnen, die allermeisten, ist es der letzte Lebensabschnitt.
Nicht nur, weil es fast nicht mehr bezahlbar ist, sondern vor allem auch weil in diesem Einrichtungen oftmals „der Geruch des Todes“ förmlich bei jedem Atemzug, den man tut, daran erinnert, dass dies hier die „Endstation“ bedeutet.

Hier drängt sich der Geruch der Mischung aus menschlichen Exkrementen wie Urin, Schweiß und Fäkalien jedem auf, der in dieser Umgebung lebt. Und arbeitet.

Ich habe in meinen Ausführungen zum Gesundheitswesen die Altenhilfeeinrichtungen oft nur am Rand erwähnt. Das liegt nicht daran, dass ich diese ausklammern möchte, sondern das liegt daran, dass ich mich in diesem Bereich nicht so auskenne, als dass ich mir erlauben kann, darüber fundiert zu berichten und Kritik zu üben.
Aber was ich weiß und nach vollziehen kann, ist die Tatsache, dass die Pflegenden, die dort arbeiten, eine besonders schwere, vor allem emotional belastende Aufgabe haben.

Im Gegensatz zu den Berufskollegen in den Akutkliniken sind sie täglich mit dem Zustand von zunehmenden Siechtum und Tod der ihnen anvertrauten Bewohner ausgesetzt. Das muss man erst mal verarbeiten.
Das, was ich mit meinem heutigen Artikel tun kann, das ist aber das Hinterfragen und das Schildern eigener Eindrücke.

Und da habe ich ein Beispiel für den Irrsinn, der in unserem Gesundheitssystem möglich ist. Und bitte glauben Sie nicht, dass ich jetzt übertreibe.

Meine Mutter verbrachte vor Jahren ihre letzten Lebensmonate in einem Altenheim. Wir zahlten jeden Monat 1.100€ aus unseren Monatseinkommen dazu.
Dafür konnte sie noch nicht einmal in einem Einzelzimmer leben. Ihre Mitbewohnerin, Frau S., ebenfalls pflegebedürftig und bettlägerig, war glücklicherweise eine sehr nette, angenehme Person. Sie war über 90 Jahre alt.

Sie hatte beidseits Arthrose in den Hüftgelenken und war deshalb schon seit über 2 Jahren nicht mehr eigenständig zu Fuß unterwegs gewesen. Noch nicht einmal der „Rentnerporsche“, so nennt man das „Gehgestell“ , den Rollator, scherzhaft, konnte sie so unterstützen, dass sie auch nur annähernd mobil war.

Bei Frau S. hätte in dieser Zeit der Immobilität zumindest eine regelmäßige Physiotherapie dafür sorgen müssen, dass ihre Muskulatur beweglich bleibt und sich nicht verkürzt.

Genau das aber passierte in den 2 Jahren ihrer Bettlägerigkeit nicht. Niemand war daran interessiert, so nach ihr zu schauen, dass ihr Bewegungsübungen im Bett oder Physiotherapie verschrieben wurden.
Das an sich ist schon schlimm genug. Aber es kommt noch schlimmer. Und es klingt wie ein schlechtes Märchen. Aber eben nun mal kein Märchen, sondern bittere Realität.

Wegen einer Unachtsamkeit war sie aus dem Bett gefallen und hatte sich mehrere Rippen gebrochen. Sie kam darauf hin auf eine chirurgische Station ins örtliche Krankenhaus.
Ihr Allgemeinzustand war bedenklich schlecht. Schließlich war sie eine alte Frau jenseits der 90.

Und jetzt kommt das, was mich so tief erschüttert hat, dass ich es niemals vergessen werde. Ich kann davon deshalb fundiert berichten, weil ich ja im Krankenhauswesen tätig war und in diesem Fall „auf der anderen Seite“ stand und es so beobachten konnte.
Bei der chirurgischen Visite kümmerte sich der Oberarzt auffällig aufmerksam um die Hüftgelenksarthosen von Frau S. Ich dachte noch, wenn jemand 2 Jahre bettlägerig ist, dann ist das schon hochproblematisch, da noch etwas zu tun. Ich hielt es, ehrlich gesagt, für unmöglich.

Umso erstaunter war ich, als ich hörte, dass Frau S. nach Ausheilen der Rippenbrüche beide Hüftgelenke durch Implantate ersetzt bekommen solle. Und zwar im Rahmen von 2 zeitlich auseinander liegenden Operationen.

Ich war geschockt und konnte es nicht glauben.
Ich habe dann erlebt, wie Frau S. mit ihren über 90 Jahren zwei mal einer aufwändigen chirurgischen Operation unterzogen wurde. Sie selbst war voller Hoffnung, danach wieder gehen zu können.
„Das hat der Oberarzt mir versprochen.“ sagte sie.
Frau S. lag ganze 7 Wochen, ausgehend von ihren Rippenbrüchen, im Krankenhaus. Sie wurde 2 mal operiert. 2 mal ein neues Hüftgelenk.
Nach der 2. Operation entwickelte sie ein Durchgangssyndrom.
Frau S. hat das Krankenhaus nicht mehr lebend verlassen. Die zwei neuen Hüftgelenke wurden mit ihr beerdigt.

Sie können sich vorstellen, wie erschüttert ich war. In dieser Situation zeigt sich nicht nur die schlechte Versorgung im Altenheim auf der einen Seite, sondern auch die Blüten des Wahnsinns, den das Fallpauschalensystem DRG im Krankenhausbereich erzeugt.

Ein menschlicher Körper, in den man 2 mal ein künstliches Titangelenk „reinhämmert“, um es als doppelte Operation ab rechnen zu können, obwohl man wissen muss, dass dieser geschwächte Körper niemals mehr in der Lage dazu sein wird, die schwere Belastung durch zwei größere chirurgische Eingriffe innerhalb von 10 Tagen zu verkraften.
Man stellt sich natürlich hier die Frage, warum man diese beiden Eingriffe nicht im Rahmen einer Operation hätte durchführen können, um die Belastung für die Frau zu minimieren.
Hier geht es um Geld. Mal wieder.

Ein sogenannter „Doppeleingriff“ wird im Rahmen des DRG-Fallpauschalensystems bei weitem nicht so vergütet, wie zwei aufeinander folgende Operationen.
Die Kosten für diese am Ende tödliche Behandlung schätze ich auf etwa 40.000€.

Der Zwang für die Kliniken, möglichst früh und oft zu operieren, ist auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern deutlich sichtbar. Die entsprechenden Statistiken finden sich leicht im Internet.
Es ist ethisch und moralisch nicht vertretbar, diesen Zustand so zu belassen. Weder das „kranke“ Klinikwesen noch die gleichermaßen für Mitarbeiter, Patienten und Bewohner geltenden Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Altenhilfeinrichtungen sind länger tragbar.
Durch eine Verstaatlichung von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen könnte man den Fokus wieder gezielt auf das Menschliche legen. Einrichtungen sollten kostendeckend arbeiten und keinen Gewinn erwirtschaften müssen und dürfen.

Und es ist kein Widerspruch in sich, die Gesundheit der Menschen in die Stand des Staates zu legen. Und ein Schritt zum Sozialismus ist es auch nicht, wenn die Menschen ihrer Regierung wieder Vertrauen entgegenbringen. Und in dieser die Fach- und Sachkompetenz vorhanden ist, die es dazu bedarf.

Das ist leider gegenwärtig nicht der Fall.
Es muss Schluss damit sein, dass private Unternehmer Ihre Vorteile aus dieser Branche ziehen. Menschen, Patienten wie auch Mitarbeiter dürfen nicht die Opfer für Aktiengesellschaften sein.
Bringt man diese Aspekte in die politische Diskussion ein, dann wird man sofort lapidar damit abgespeist, dass für solcherlei Überlegungen das Geld fehlen würde.

Das erlebe ich in Zeiten des hemmungslos offenen Staatshaushaltes (Steuergelder!!!) infolge von Corona völlig anders.
Das Menschliche, unser im Grundgesetz verankertes Bekenntnis zur Würde des Menschen , muss wieder Priorität erhalten.
Die Würde des Menschen ist schließlich unantastbar.

von Peter Joecken


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