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Shift in der Panikmache: Krematorien statt Intensivstationen! 

 23. Januar 2021

von  Daniel Matissek

Es fällt seit auf, dass sich in der medialen Panik-Strategie der täglichen Corona-Berichterstattung ein Wechsel abzeichnet: In dem Maße, wie auf wundersame Weise die bis zum Erbrechen in unsere Köpfe gehämmerte Überlastungssituation in den Kliniken – mit jeweils akut bevorstehender Triagierung und intensivmedizinischem Systemkollaps – zum Erliegen gekommen ist, büßen Ärzte und Stationspfleger ihre bisherige Rolle als am Limit arbeitende Hauptleidtragende der Pandemie ein. Weil sich seit Wochen nur mehr rund 5.000 Covid-Patienten auf den Intensivstationen befinden und inzwischen auch die frenetischsten Durchhaltepostillen im deutschen Medienzirkus einsehen mussten, dass die meisten Corona-Toten gar nicht in den Kliniken sterben, verlagert sich die öffentliche Wahrnehmung.

Noch Dezember galten die Pfleger als Helden, die auf Intensivstationen rund um die Uhr übermenschliche Anstrengungen leisteten und darüber in „Tagebüchern“ oder schockierenden Interviews für „Süddeutsche Zeitung“, „Zeit“ oder den „Stern“ Zeugnis ablegten. Ketzerische Beobachter wurden freilich damals schon stutzig, wie es sein kann, dass zur selben Zeit, da auf den Intensivstationen angeblich das große Krepieren stattfindet und um Beatmungsgeräte gekämpft wird, komplette Stationsbelegschaften etlicher deutscher Krankenhäuser die Muße fanden, sich an „Jerusalema Dance Challenges“ und ähnlichen Hypes im Netz zu beteiligen – wo sie in menschenleeren Klinikfluren zuvor zeitraubend-aufwändig einstudierte Tanzchoreographien vollführten, um so die Öffentlichkeit auf ihren herkulischen Beitrag aufmerksam zu machen.

Jedenfalls hat sich die dadurch erheischte Wertschätzung merklich abgekühlt. Inzwischen sind die Deutschlands Pfleger, zuvor als „Helden der Pandemie“ gefeiert, zu Buhmännern geworden, seit sie – dies übrigens völlig legitim und in Einklang mit der immer wieder versprochenen „Freiwilligkeit“ – mehrheitlich Impf-Zurückhaltung üben. Bayerns „Södolf“ zürnt darüber derart, dass er gerade alles dransetzt, die Impfpflicht für Pflegeberufe (als Einfallstor für einen früher oder später ohnehin kommenden generellen Impfzwang) durchzusetzen.

Weil nun die Pfleger als Kronzeugen des Corona-Horrors nicht mehr taugen, wurde inzwischen eine neue Branche als Insider des erbarmungslosen Pandemiegeschehens entdeckt: Die Leichenbestatter, genauer: Die Mitarbeiter in Krematorien. Natürlich nicht irgendwelcher der derzeit 160 deutschen Krematorien – sondern nur jener Handvoll darunter, die sich zur Stützung des Narratives vom Corona-Massensterben eignen. Dort, wo Bestatter „rund um die Uhr, bis zum Anschlag“ rackern müssen, um den „nicht abreißenden Nachschub an Toten“ in den Griff zu bekommen, fühlen sich Deutschlands Sensationsjournalisten in der Pandemie neuerdings am wohlsten.

Zu dumm nur, dass hier die Wirklichkeit hier noch weniger zu den vorgefassten Storys passt als zuvor bei den Intensivstationen.

So gilt das Krematorium in Meißen als ausgemachter Hotspot der Katastrophe – und die Medien stürzen sich mit Wonne darauf. Leider kamen kaum jene zu Wort, die mit der angeblichen Krisensituation von Berufs wegen vor Ort zu tun haben – und wo dies doch geschah,  wurde ihnen mit manipulativen Tricks das Wort im Mund herumgedreht. Ein besonders augenfälliges Beispiel hierfür war das Interview eines RTL-Kamerateams mit Meißener Bestatter: Dummerweise landete ein Mitschnitt des Originalinterviews im Netz – und das hat wenig mit dem gemein, was später ausgestrahlt wurde. In der geschnittenen Endfassung wirkte es, als hätte der Mann Corona als tödlichste Geißel und schlimmste Herausforderung der Geschichte des Krematoriums beschrieben; mit seinen tatsächlichen Äußerungen hatte dies wenig zu tun. Darin führte er nämlich unter anderem aus: Generell seien „ein bis zwei Drittel keine Corona-Toten“, sondern sonstige Sterbefälle, die bei ihm im Meißener Krematorium landeten. Die Zahlen schwankten: „In der einen Woche ein bisschen mehr Corona, in der anderen ein bisschen weniger.“

Zu denken gibt dem Bestatter, dass er auch schon jüngere, bei Verkehrsunfällen zu Tode gekommene Menschen, die – oft erst postum – positiv auf Corona getestet wurden, einäschern musste. Diese tauchen in der Statistik dann bekanntlich ebenso als „Covid-Tote“ auf wie real daran Dahingeschiedene (und erhöhen dort die Gruppe der „auch ganz jungen, ohne jede Vorerkrankung Verstorbenen“). Verstörend vor allem die folgende Aussage des Mannes: Er habe er von Pflegern in sächsischen Altersheimen erfahren, dass mittlerweile sogar verstorbene Heiminsassen, die lediglich in Kontakt mit positiv Getesteten Menschen gestanden hätten, selbst aber gar kein Corona hatten, in die Statistik der Corona-Toten einfließen. „Da kann irgendetwas nicht stimmen. Aber das macht mich schon ein bisschen sauer, denn wir kriegen es mit, dass Schindluder getrieben wird“, so der Mann. Sein Fazit: „Nicht überall, wo auf dem Totenschein Corona drauf steht, ist auch Corona drin.“

Boris Reitschuster schrieb über diese manipulative Berichterstattung: „Unisono verbreiten Massenmedien im ganzen Land dieses düstere Bild des angeblichen Massensterbens durch Corona. Weil es dafür faktisch keine Anhaltspunkte gibt, bedient man sich anderer Methoden, um die Panik aufrechtzuerhalten“. Im Fall Meißen sind dies dann etwa mit melodramatischer Musik untermalte Dramatisierungen, wie RTL sie in seiner Fassung des Interviews einstreut („Bis zu 250 Särge müssen sie dort lagern, wo sonst die Trauerfeiern stattfinden“), oder die wissenschaftlich grob falsche Behauptung eines Direktzusammenhangs zwischen einer 400-Inzidenz pro Woche und dem Sterbegeschehen.

Mit welchen Tricks deutsche Journalisten in ihrem Bestreben vorgehen, bereits vorgefasste Stereotype bestätigt zu finden, war letzte Woche einem Artikel des „Vogtland-Anzeiger“ zu entnehmen. Darin wurde der Leiter des Krematoriums Plauen, Stefan Fröbisch, mit den Worten zitiert: „Ich werde zur Zeit mit Presse-Anfragen geradezu bombardiert. Man will am besten Fotos von Leichenbergen“. Er entgegne daraufhin: „Machen Sie bitte keinen Skandal draus!“, und kläre auf, dass über die Feiertage einfach ein Rückstand entstanden sei – weil vier Arbeitstage an Weihnachten und Silvester/Neujahr entfielen. Zudem sei die Umgebung Plauens die älteste Region Sachsens, und aus Kostengründen würden Feuerbestattungen immer weiter zunehmen; auf dem Hauptfriedhof macht ihr Anteil mittlerweile 97 Prozent aus. Das Interesse an weiterer Berichterstattung erledigt sich nach diesen Hintergrundinformationen dann auf wundersame Weise von selbst – weil die Realität nicht ins vorgefasste Bild der angereisten Framingreporter passt.

So wurde der Horror der künstlichen Beatmung also sukzessive durch den Horror der Einäscherungen abgelöst. Man darf gespannt sein, welcher Schocker als nächstes aus dem Hut gezaubert wird. Gleichgeblieben ist die Methodik, mit der gewiefte Meinungsmacher die Amygdala in unseren Schädeln pimpern und in uns archaische Angstschübe auszulösen versuchen, welche uns in der Folge jede noch so irrationale, anmaßende und unverhältnismäßige politische Entscheidung schlucken lassen. Solange auf diesem Niveau weiterberichtet wird, brauchen sich Söder und Merkel keine Sorgen zu machen: Nicht um ihre politischen Zustimmungswerte, und deshalb auch nicht um die paradiesischen Verhältnisse, unter denen sie derzeit ohne faktisch ohne störende Parlamente, ohne störende Opposition und ohne jegliche Demonstrationen durchregieren können.

Klartext
von Daniel Matissek

Diesen Artikel gibt es für Sehgeschädigte auch als Podcast unter:
https://www.youtube.com/watch?v=mDVZygQq1iY&feature=youtu.be

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