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Söders Stunde der Wahrheit 

 16. August 2020

von  Daniel Matissek

Nach dem Test-Debakel: Wären den Deutschen durch Corona nicht alle Sinne getrübt, dann könnte Söder seine Kanzlerschafts-Ambitionen final begraben

900 positiv getestete Urlaubsrückkehrer, die den Gesundheitsbehörden quasi durch die Lappen gingen, dazu noch 100 nicht zuordenbare positive Tests: Die offenkundige Schlampigkeit, mit der im Corona-“Hochsicherheitsland“ Bayern der angebliche Infektionsschutz der Bevölkerung betrieben wird, steht in krassem Widerspruch zur ständigen Dauerinszenierung von Ministerpräsident Markus Söder als Hardliner der Virusbekämpfung. Von Flughafen zu Testcenter, von Gesundheitsamt zu Covid-Checkpoint war der CSU-Chef in den vergangenen Wochen geeilt, um seinen unermüdlichen Aktionismus vor servilen Medienvertretern zu inszenieren; ein Pressetermin jagte den nächsten, und nicht müde wurde Söder, die absolute „Dringlichkeit“ und „extreme Wichtigkeit“ der Zwangstests von Urlaubern aus sogenannten „Risikogebieten“ – und von anderswo – zu unterstreichen: Mit gerade einmal 1,5 Prozent von über 60.000 durchgeführten Tests lag deren Quote zwar im völlig unauffälligen Bereich (zumal die verwendeten PCR-Tests eine atemberaubende falschpositive Fehlerquote von bis zu 85 Prozent aufweisen, was deren wahren Aussagegehalt praktisch gegen Null treibt) – doch all das juckte Söder nicht. Bestrebt, sich maximal zu profilieren und seine Kanzlertauglichkeit unter Beweis zu stellen, gab er stets den fürsorglichen Landesvater – wohl wissend, dass sein Stern als Krisenmanager umso heller strahlt, je dramatischer er die Pandemie an die Wand malt. Diese Kunst hat Söder seit März geradezu perfektioniert.

Grenzenlos war die Manipulation rund um Corona, und Söder gehörte zu den Großmeistern dieser Disziplin. Man kann als Politiker einen Fehlalarm in eine Dauerbedrohung wenden und die Menschen regelrecht verrückt machen mit dem Bedrohungsszenario eines Virus, das zwar im Alltag der Menschen praktisch nirgends vorkommt und inzwischen weitgehend zur Geistererscheinung geworden ist, solange bis es dann doch als reale Gefahr erlebt wird. Man kann „positiv Getestete“ in bewusster Verwirrungsabsicht mit „Infizierten“ und diese wiederum mit „Erkrankten“ gleichsetzen – obwohl diese drei ganz unterschiedliche Sachverhalte bezeichnen. Man kann Verstorbene, die kausal gar nicht an Covid verschieden (und über deren Vorerkrankungszustand oder Alter wir nichts erfahren), als „Corona-Tote“ hinstellen; und man kann täglich neue „Fallzahlen“ vermelden, ohne sie in Bezug zu zuvor massiv ausgeweiteten Testreihen zu setzen.

All das kann man als Politiker tun. Nur darf man sich dann nicht dabei ertappen lassen, wie man die von anderen ständig eingeforderte Disziplin im eigenen Verantwortungsbereich selbst sträflich schleifen lässt. Söders bundesweit bislang beispiellose Testpanne beweist nämlich, dass er die mit Bedacht geschürte Panik selbst nicht ernst nimmt. Damit verstärkt er den Verdacht einer wachsenden Zahl von Kritikern und Skeptikern des deutschen Corona-Krisenkults, dass es bei dem ganzen Hype um Neuinfektionen, um „zweite Welle“ und überall drohende neue Hotspots eigentlich um etwas ganz anderes geht.
Die Münchner Landesregierung – zuständig ist zwar Gesundheitsministerin Melani Huml, doch politisch verantwortlich ist Söder – hat sich mit diesem Testdesaster der 1.000 abgetauchten Positiven, die sich nun (ohne ihr eigenes Wissen) munter durch Bayern husten, schniefen, busseln und ahnungslos „super-spreaden“, in eine astreine „lose-lose-Situation“ gebracht. Denn was immer nun folgen wird: Söder ist in jedem Fall blamiert.

Entweder nämlich wird es, seiner eigenen Logik und Unkenrufen der Alarmisten folgend, in den nächsten Tagen und Wochen bayernweit und im angrenzenden Ausland zu ungesteuerten lokalen Ausbrüchen kommen. Dann könnte Söder gleich zurücktreten – weil er durch sein eigenes Versagen exakt die Zustände erst herbeigeführt hat, gegen die er seit Monaten mit den bundesweit härtesten Corona-Auflagen ankämpfte. Oder aber, wahrscheinlicher: Es passiert auch diesmal wieder rein gar nichts – so wie bei bisher ausnahmslos allen lokalen Ausbrüchen, Clustern, Hotspots und „unkontrollierbaren Infektionsketten“. In diesem Fall wären Söders Risikobewertung und seine Prognosen als erwiesenermaßen falsch demaskiert, der Fehlalarm wäre offensichtlich – und die völlige Unverhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen erwiesen. Denn wenn sich 1000 „Positive“ ohne jede Quarantäne und Kontaktverfolgung frei durchs Land bewegen können und es trotzdem zu keinem signifikanten Anstieg der Infektionszahlen kommt (und zwar nicht in absoluten Zahlen, sondern relativ zur Menge der Getesteten!), dann gibt es überhaupt keinen Grund mehr, die Gesamtbevölkerung weiter unter Masken zu zwingen und ihnen die Rückkehr zur vorpandemischen Normalität zu verweigern. Es wäre der erneute empirische Beweis für statistische Tatsachen, die kritischen Zeitgenossen seit langem bekannt sind: Nicht von ungefähr „Ärzte für Aufklärung“ wiesen in einem vielbeachteten Video von vergangener Woche darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit eines Durchschnittsbürgers bei 1 zu 20.000 liegt, überhaupt im öffentlichen Raum auf einen Positiv-Getesteten zu treffen.

So oder so: wären Ratio, nüchterne Unvoreingenommenheit und gesunder Menschenverstand die einzigen Gradmesser für politisches Handeln, dann müsste Söder in Kürze politisch erledigt sein. Doch ihm spielen zwei entscheidende Faktoren in die Karten, die ihm vermutlich den Allerwertesten retten werden: Zum einen die Macht der Angst, durch die sich die Massen selbst im 21. Jahrhundert noch beliebig konditionieren lassen. Zum anderen ist da die immer kürzere Konzentration- und Aufmerksamkeitsspanne der Bürger, die im Dauerstakkato der Medienmeldungen schlicht nicht mehr innehalten und nachdenken können.

Könnten sie es doch, so hätten sie spätestens gestern stutzig werden müssen: Geschlagene 15 Tage sind nun seit der Berliner Corona-Demonstration vom 1. August vergangen – und damit länger als die maximale Inkubationsdauer von Covid-19. Wo, bitteschön, bleiben denn die vielbeschworenen Anstiege der Infektionszahlen dank der Maskenverweigerer und alle Abstandsregeln missachtenden „Covidioten“? Wo sind denn die exponentiellen Ansteckungskurven, in denen sich die von den Medien wutschnaubend beanstandete Rücksichts- und Verantwortungslosigkeit der doch so asozialen „Leugner“ niederschlagen müsste – die durch ihr Verhalten angeblich ja nicht nur sich, sondern „vor allem alle anderen gefährdet haben“?

Die aktuellen Angaben des zuständigen Berliner Landesamtes für Gesundheit und soziales zeigen, dass alle Zahlen – Gesamtinfizierte und Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner – satt im grünen, unbedenklichen Bereich der „Corona-Ampel“ verharren. Entsprechend der bundesweit ausgedehnten Testkapazitäten erhöhte sich vergangene Woche die Zahl der Positiv-Testungen auch in der Hauptstadt zwar von 11 auf 15; doch dies ist immer noch deutlich weniger als im Vormonat. Die Zahl der wegen Covid-19 hospitalisierten, also stationär behandelten Patienten sank – wohlgemerkt in ganz Berlin – bis gestern, 14. August, auf ganze 14 Fälle, wobei ein Großteil davon hochbetagt und vorerkrankt ist. Und dies, wohlgemerkt, in einer Stadt mit 3,7 Millionen Einwohnern.

Das also ist die tatsächliche Dimension, deretwegen deutsche Wut- und Haltungsjournalisten von Dunja Hayali („laut, vulgär, handgreiflich!“) bis Dominik Drutschmann („Hier ist die zweite Welle!“) tagelang ausflippten, als ob die Demonstranten flächendeckend Milzbranderreger versprüht hätten. Bei derart unauffälligen bis vernachlässigbaren Zahlen einer existenziellen Pandemiebedrohung das Wort zu reden war schon dreist, doch dann auch noch eine nie dagewesene Spaltung der Gesellschaft zu betreiben, ja sogar das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit zur Disposition zu stellen: Dies kann man nur noch wahnsinnig nennen. Doch leider zeigen deutsche Medien, die ja ständig den (historisch in der Tat kompromittierten) Vorwurf der „Lügenpresse“ vehement zurückweisen, keinerlei Selbstkritik und Reue – obwohl sie tatsächlich einmal mehr der Lüge überführt wurden. Denn die Gesundheitsbedrohung gab es schlichtweg nicht, die sie prophezeiten und weiter prophezeien.

Misstrauisch werden sie auch jetzt nicht, ebensowenig wie all die vielen strammen Befehlsempfänger des Corona-Regiments – denen noch immer keine Zweifel kommen, dass es nirgendwo brennt, obwohl ständig „Feuer“-Rufe und Sirenengeheul zu hören sind.

Die Halbwertszeit der Empörung ist kürzer als die Inkubationszeit möglicher Corona-Infizierter. Und aus diesem Grund droht wohl auch Söder kein Unbill: In spätestens 14 Tagen kräht höchstwahrscheinlich kein Hahn mehr nach seinen 900 verschwundenen „Infizierten“ und den 100 anonymen Positivtests. Die Betroffenen sind bis dahin ohnehin wieder genesen – und wer weiß: Vielleicht hat sich ja, dank nochmaliger Testausweitungen und der Ausrufung kompletter Urlaubsländer zu Corona-“Risikogebieten“, die Situation wunschgemäß bis dahin derart verschärft, dass Söder wieder in seine Paraderolle als Corona-Volkstribun zurückgefunden hat. Vermutlich hat er bis dahin schon den nächsten Lockdown angeordnet.

Klartext
von Daniel Matissek

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