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Stoppt den illegalen Welpenhandel! 

 30. Januar 2021

von  Daniel Matissek

Lockdown und Kontaktbeschränkungen treiben vor allem viele alleinstehende Menschen in die Isolation und Vereinsamung. Da ist der Wunsch nach einem Haustier als Sozialpartner nachvollziehbar. So ist es kein Wunder, dass sich seit Beginn der Pandemie vor knapp einem Jahr die Nachfrage nach Hunden als Lebensbegleiter hierzulande stark erhöht hat. Doch statt sich zunächst einmal in Tierheimen nach einem im Umgang mit Menschen erfahrenen Tier umzusehen, wünschen sich viele einen Welpen, den sie erziehen und mit dem sie besonders viel Zeit verbringen können. Zeit haben viele Deutsche in der gegenwärtigen Ausnahmesituation ja reichlich.

Von dieser Entwicklung profitieren leider nicht nur seriöse Hundezüchter – sondern leider in zunehmendem Maße auch kriminelle Welpenhändler, die Tiere aus zweifelhafter Herkunft anbieten und in geradezu mafiösen Strukturen organisiert sind. Die illegale Welpenproduktion – eine Sonderform der organisierten Kriminalität – erlebt seit vergangenem Sommer, nach dem Ende des ersten Lockdowns und Beendigung der pandemiebedingten Grenzschließungen, einen regelrechten Boom. Zwar brach dieser durch den derzeitigen zweiten Lockdown leicht ein (weil die innereuropäischen Handelsströme erneut eingeschränkt sind); sobald es jedoch zu Lockerungen kommt, es wärmer wird und der EU-Binnenverkehr wieder reibungslos fließt, wird leider auch der illegale Tierhandel wieder Fahrt aufnehmen.

Da der osteuropäische Welpenmarkt zumeist über Online-Plattformen abgewickelt wird, lässt sich an den Welpen-Anzeigen auf eBay und einschlägigen Internet-Marktplätzen wie Quoka ablesen, wie sich Angebot und Nachfrage verändern. Vor allem zeigt sich hier, welche Rassen besonders nachgefragt werden. Längst hat sich die Welpenmafia auf Rassehunde spezialisiert; besonders beliebt sind Französische Bulldoggen, Labrador Retriever und kleinwüchsige Trendhunderassen wie Möpse und Zwergspitze. Auch bei der Preispolitik haben die kriminellen Händler dazugelernt: Da Schnäppchenpreise, gerade bei den Moderassen, eher Misstrauen der Kunden wecken, wird inzwischen oftmals das gleiche Preisniveau aufgerufen wie bei seriösen Züchtern.

Was viele der von den scheinbar „attraktiven Konditionen“ angelockten Interessenten, trotz mittlerweile intensiver öffentlicher Aufklärung, oftmals immer noch nicht wissen (oder nicht wahrhaben wollen): Hinter den harmlos erscheinenden Inseraten, in denen oft „Welpen aus liebevollen Hobbyzuchten“ oder von „privaten, tierlieben Haltern“ die Rede ist, verbergen sich in Wahrheit Hunde aus osteuropäischen Welpenfabriken. Dort werden die Tiere unter zumeist grauenvollen, dramatischen Bedingungen regelrecht „produziert“. Um Profite zu maximieren und gleichzeitig die Produktionskosten zu minimieren, werden die Tiere ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit wie am Fließband vermehrt und erhalten nur die notwendigste Grundversorgung – Wasser, schlechtes Futter, praktisch keinen Auslauf. Die Welpen sind häufig schwer traumatisiert, weil sie viel zu früh von ihren Muttertieren getrennt werden. Auf tierärztliche Untersuchung, Impfen und Chippen wird ebenso verzichtet wie auf Entwurmung und Parasitenbekämpfung. Wenn die Tiere bei ihren neuen Haltern ankommen, sind sie oft schwerkrank; etliche von ihnen sterben nach der Übergabe, und die überlebenden weisen oft Sozialisierungs- und Verhaltensstörungen auf.

Die EU geht von 50.000 Welpen aus, die Monat für Monat innerhalb der EU-Staaten gehandelt werden – wobei die Dunkelziffer deutlich darüber liegen dürfte. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ geht davon aus, dass der europäische Welpen-Onlinehandel inzwischen ein jährliches Umsatzvolumen von über einer Milliarde Euro erreicht hat. Den illegalen Markt dominiert ein kriminellems Netzwerk aus riesigen Welpenfabriken, Fahrdienstleistern und Zwischenhändlern; die gesamte „Wertschöpfungskette“ wird meist von Osteuropa aus bedient. Bedenklich und verstörend mutet angesichts solcher Zahlen an, wie wenig sich viele der Käufer und „Hundeliebhaber“ anscheinend für die Herkunft und Aufzuchtbedingungen ihrer künftigen vierbeinigen Lebensgefährten interessieren.

Gerade angesichts der durch Corona massiv wachsenden Nachfrage fordern Tierschützer von den EU-Staaten, endlich Gesetze in Kraft zu setzen, die den Online-Handel mit Tieren transparenter machen. Händler müssen identifiziert, zertifiziert und der Ursprung ihrer „tierischen Ware“ muss klar zurückverfolgbar gemacht werden, damit der Markt für illegal gezüchtete Hunde endlich ausgetrocknet wird. Um unsägliches Tierleiden und grausame Zuchtbedingungen zu beenden, müsse sichergestellt sein, so „Vier Pfoten“; dass künftig nur noch gechippte und in einem Heimtierregister erfasste Tiere angeboten werden dürfen – zum Schutz der Verbraucher, der Tierheime, von seriösen Anbietern, aber vor allem zum Schutz von Millionen Tieren.

„Vier Pfoten“ hat eine Petition gestartet, um den Online-Handel sicherer zu machen:
https://help.four-paws.org/de-DE/illegalen-welpenhandel-stoppen?
Jeder Unterzeichner zählt!

Von Daniel Matissek

Diesen Artikel gibt es für Sehgeschädigte auch als Podcast unter:
https://www.youtube.com/watch?v=JYFo5Rqbcmk&feature=youtu.be

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