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Unser Gesundheitssystem auf dem Prüfstand – Teil 5 Tödliche Keime auf Station: Der verschwiegene Skandal 

 22. Mai 2020

von  Peter Joecken

Im Schatten der Coronakrise bleibt Vieles verborgen. Und es wird auch Vieles unter den berühmten Teppich gekehrt. Da wird um die „Coronaprämie“ gestritten, dass die Schwarte kracht. Es werden Dinge außer Acht gelassen, die als Ergebnisse der Sparpolitik im Gesundheitswesen alles Andere als den Schluss, dass wir über ein „exzellentes“ Gesundheitswesen verfügen, zulassen.
Der unbestreitbare Personalmangel in der Pflege beispielsweise hat erhebliche Auswirkungen auf die Versorgungsqualität in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung in unserem Land.

Derzeit fehlen in der Krankenhaus- und Altenpflege etwa 40.000 Fachkräfte. Und dies mit fatalen Folgen.
Es ist pflegewissenschaftlich nachgewiesen, dass nicht zureichende qualifizierte Pflege einen direkten Zusammenhang mit gesteigerter Letalität hat. Durch fehlende, nicht ausreichende Pflege sterben täglich Menschen in unserem Land, die in keine Statistik eingehen, die „einfach so“ mitlaufen.

Dieser Skandal ist einer, über den sich niemand aufregt. Für den sich kaum jemand wirklich interessiert. Mir fehlen die Sach- und Fachkenntnis, eine quantifiziert belastbare Einschätzung zur Todesrate wegen gefährlicher Pflege abzugeben. Aber sie ist real, existent und wirksam. Und es ist alles andere, als eine Untermauerung der Formulierung „exzellentes“ Gesundheitswesen.

Einen auch zur Normalität gewordenen Skandal kann ich jedoch mit Zahlen und dazu gehörigen Quellenangaben aufzeigen.
Wir sprechen bei Corona von einer Infizierungsrate von, Stand 19.Mai 2020, 177.289 Menschen und 8.123 verstorbenen Menschen. (Quelle: CDC • WHO • ECDC) Jährlich infizieren sich bis zu eine Million Menschen in unseren Krankenhäusern. Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaus-Hygiene sterben in Deutschland bis zu 40.000 Menschen jedes Jahr an Krankenhauskeimen. Die Gefahr, die von multiresistenten Keimen wie MRSA ausgeht, hat sich als Normalität in unseren Kliniken etabliert. Darüber spricht niemand.

Dabei ist diese Bedrohung für das Leben von Krankenhauspatienten nicht unumkehrbar. Sie kann durch die Gewährleistung von Vorsichtsmaßnahmen in Prävention und Hygiene deutlich reduziert werden. Eigentlich müsste von jedem Risiko-Patienten (Pflegeheim-Bewohner beispielsweise) ein Abstrich genommen werden. Und er müsste eigentlich isoliert werden, bis das Ergebnis vorliegt. Eigentlich. Aber das ist ja personalintensiv.

Weil die Krankenhäuser kaputtgespart werden, wird weitgehend auf all das verzichtet. So kommt es zwangsläufig zu Querinfektionen zwischen infizierten Patienten und nicht infizierten Patienten. Die unbedingt notwendigen vorbeugenden Maßnahmen sind aufgrund bestehenden Personalmangels kaum durchführbar. Die Krankenhäuser tun, was ihnen möglich ist, um das Auftreten und die Verbreitung der multiresistenten Keime zu reduzieren.

Aber das ist ein Kampf gegen Windmühlen.

Die Gesundheitspolitik ist sich der Problematik bewusst, unterlässt es aber, die Kliniken durch eine verbesserte Personalausstattung in die Lage zu versetzen, sich gegen dieses tödlich virales Geschehen zur Wehr zu setzen. Muss man sich vor dem Hintergrund dieses im wahrsten Wortsinn totgeschwiegenen Skandals, an den wir uns offensichtlich gewöhnt haben, nicht die Frage nach der Verhältnismäßigkeit zum Coronageschehen stellen?

Wir diskutieren derweil den Wert des Lebens „älterer“ Menschen. Wir führen ethische und moralische Diskussionen Das ist gut so und es tut unserer Gesellschaft gut, weil am Ende immer herauskommt, dass jedes Leben schützenswert ist.

Aber ist es nicht auch so, dass diese Diskussionen vor dem Hintergrund dieses eklatanten, politisch zu verantwortenden Skandals nur scheinheilig sind?

von Peter Joecken

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  • Ich würde gerne die Quelle haben bezüglich dem Statement 2. September 10.400 Tote an covid 19 { in der Größen Ordnung } Bestätigung von der CdC ich kann es nicht finden

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